Interrail,  Reisetagebuch

Warschau

Gelandet in Warschau: 

Aus dem Flugzeug raus ging es für uns mit dem Zug zum Hauptbahnhof. Dort angekommen irrten wir erst einmal eine Stunde herum, da wir keine Ahnung hatten welche Straßenbahn oder welcher Bus wo abfährt. Noch nie waren wir an einem Bahnhof, der so unfassbar schlecht ausgeschildert war (oder wir waren einfach nur zu blöd). Also am Infostand angestellt um dort nachzufragen- nach einer gefühlten halben Stunde waren wir endlich dran – gut, dass die Dame KEIN WORT englisch verstand. Also irrten wir weiter herum auf der Suche nach einem vernünftigen Plan, den wir jedoch nicht fanden. Durch Zufall haben wir dann eine Buslinie gefunden, die unsere Haltestelle anfuhr. 

Unser Airbnb: 

Über Airbnb haben wir uns ein Privatzimmer in Nähe des Lazienki Parks bei Karolina und ihrem Mann gebucht. Die beiden sind super nett und haben einen Hund, der uns bei unserer Ankunft in der Wohnung empfangen hat. Badezimmer und Küche werden gemeinschaftlich genutzt und sind sehr sauber und gemütlich. Aus der Küche darf alles benutzt werden was dort so rum steht was wir wirklich cool fanden.

 

Sehenswürdigkeiten & Tipps:

Nationalstadion Warschau:

Durch Zufall (Marcel nennt es Zufall wenn er gezielt nach Fußballspielen googlet..) erfuhren wir vom Länderspiel Polen – Litauen, welches am Dienstagabend im Nationalstadion Warschau stattfinden sollte. Im Vorfeld bekamen wir keine Karten (u.a. wären beglaubigte Kopien unserer Papiere nötig gewesen, unterwegs eher schwer zu managen), trotzdem versuchten wir vor Ort unser Glück. Die Menschenmengen vor Stadion und Kassenhäuschen nahmen uns jedoch das letzte Fünkchen Hoffnung, und so war es auch: Tickets waren nicht zu bekommen. Auf dem Schwarzmarkt wäre zwar etwas gegangen, aufgrund der personalisierten Tickets und fehlendem Bargeld fuhren wir jedoch traurig wieder nach Hause.

Lazieniki Park: 

Der Lazienki-Park ist eine riesige Parkanlage in Warschau. Neben viel Grünfläche, Blumenbeeten und Brunnen liegen in ihm einige interessante Gebäude (wir haben nur die folgenden gesehen, es gibt dort aber noch Weiteres zu entdecken):

Lazienki-Palast: Der Lazienki-Palast wurde für den polnischen König auf einer künstlichen Insel im Lazienki-See errichtet. Der Palast wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört und später wieder aufgebaut.

Theater auf der Insel: Ebenfalls auf einer künstlichen Insel im Lazienki-See liegt das ‚Theater auf der Insel‘, welches nach antikem Vorbild gestaltet wurde.

Alte Orangerie: die alte Orangerie wurde errichtet um die südländischen Pflanzen zu überwintern; zudem war sie der Wohnort der Gärtner.

Chopin-Denkmal: Zu Ehren des polnischen Komponisten und Pianisten Fryderyk Chopin wurde dieses Denkmal 1926 errichtet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es rekonstruiert und stellt heute einen Ort für oftmals sonntags stattfindende Klavierkonzerte dar.

 

Die Altstadt: 

Die Warschauer Altstadt ist seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe und eines der bekanntesten Wahrzeichen Warschaus. Durch die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden weite Teile der Altstadt stark beschädigt und infolgedessen rekonstruiert. Besondere Plätze stellen der Schlossplatz mit der Sigismundsäule sowie der Marktplatz (zusammen mit den Häuserfronten das klassische Postkartenmotiv) dar.

 

Warschauer Königsschloss: 

Das Warschauer Königsschloss war bis zum 18. Jahrhundert Sitz der polnischen Könige. Das Schloss liegt direkt am Schlossplatz der Warschauer Altstadt und wurde ebenfalls im Zweiten Weltkrieg massiv beschädigt und später wieder aufgebaut.
Im Keller des Schlosses befindet sich eine Gemäldegalerie, das Highlight dieser bilden dabei zwei Bilder Rembrandts.
Da zufällig Mittwochs der Eintritt frei ist konnten wir das Schloss auch von innen ansehen.

 

Kultur- und Wissenschaftspalst: 

Der Kultur- und Wissenschaftspalast im Zentrum Warschaus ist mit seinen 237 Metern das höchste Gebäude Polens. Ursprünglich wurde das Gebäude auf Veranlassung des sowjetischen Regimes errichtet und galt daher lange Zeit als unerwünschtes Symbol der Unterdrückung.
Heute wird das Gebäude von Polen auch umgangssprachlich „Stalinstachel“ oder „Stalins Rache“ genannt und beinhaltet u.a. ein Theater, Museen, eine Aussichtsplattform und Sendeanlagen für Radio und Fernsehen.

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Denkmal Warschauer Ghetto:

Die Mauerabschnitte sind Überreste der Außenbegrenzung des Warschauer Ghettos. Ab Mitte 1940 wurde das Ghetto als Sammelanlage für deutsche und polnische Juden genutzt, welche hieraus in Vernichtungslager deportiert wurden. Es war bei weitem das größte Sammellager dieser Art.
Heute erinnern Kerzen und Tafeln an die Opfer der damaligen Zeit.

 

Abschlussworte:

Als wir uns im Vorfeld über die Stadt informierten haben wir oft Sätze wie „Überwartungen übertroffen“ oder „die Stadt wird unterschätzt“ gelesen. Wir müssen allerdings gestehen, dass Warschau es nicht weit nach oben auf unsere Liste geschafft hat. Uns ist die Stadt viel zu hecktisch, bei jeder Busfahrt hatten wir das Gefühl zu sterben und das öffentliche Verkehrsnetz ist zwar gut ausgebaut aber total unübersichtlich.

Mag sein das es daran lag, dass wir direkt aus dem ruhigen Skandinavien bzw. aus dem wunderschönen Stockholm gekommen sind.

Dafür freuen wir uns auf die kommenden Tage in Krakau! Mit 3 Stunden Zugfahrt die kürzeste Weiterreise bisher – wuhu! 

Milly und Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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