Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Valladolid

Valladolid:

Nach den beiden Küstenorten Cancun und Tulum wollten wir nun ein wenig in das Landesinnere vordringen und fuhren daher in die Kolonialstadt Valladolid. Die 100km legten wir wieder mit dem Fernbus zurück, diesmal mit einem wahnsinnig komfortablen ADO-Bus.

Valladolid hat, im Gegensatz zu Cancun und Tulum, eine interessante Geschichte zu bieten, zudem ist die Stadt weniger touristisch geprägt. Im 16. Jahrhundert wurde Valladolid von spanischen Conquistadoren gegründet (zunächst an einer entfernten Lagune, aufgrund der Mosquitoplage wurde die Stadt jedoch an den jetzigen Ort verschoben) und nach der damaligen spanischen Hauptstadt benannt. Ursprünglich befand sich dort eine Stadt der Maya, welche jedoch gewaltsam zerstört und deren Steine zum Neuaufbau verwendet wurden.

Valladolid ist hauptsächlich für die im Umkreis liegenden Mayastätten Chichen Itza und Ek Balam bekannt, auch für uns waren diese Stätten der Hauptgrund für den Besuch.

Ein paar Bilder aus Valladolid:

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Unser Hostel:

In Valladolid entschieden wir uns für ein Hostel (von denen mehrere Gute zur Auswahl standen), da wir nicht ausschließlich in Airbnb’s wohnen wollten. Zwar sind diese für zwei Personen oft günstiger bzw. bei wesentlich höherem Komfort ähnlich günstig, dennoch fehlt dort oft der Kontakt zu anderen Menschen und Reisenden. Für solche Dinge eignen sich Hostels am besten, daher wollen wir beide Arten der Unterkunft variieren.

Unser Hostel heißt Las Cruces (dt. die Kreuze) und ist ein eher kleines aber auch angenehmes Hostel. Es beinhaltet lediglich zwei Vierbettzimmer sowie drei oder vier Doppelzimmer, wir wohnten in einem der Vierbettzimmer. Da in unserem jedoch jeweils zwei Betten durch eine Türe separiert wurden, war es quasi ein Doppelzimmer mit Etagenbett und geteiltem Bad. Leider fanden hier keine Hostelaktivitäten statt, sodass der Plan des neudeutschen ‘socializens’ nicht ganz funktionierte. Dennoch war es sauber, das Gratis-Frühstück war nett und wir fühlten uns wohl. Zudem hatten die Zimmer eine Klimaanlage (obwohl sich die Temperaturen hier meistens nur bei 25-30 Grad bewegten, da waren wir schlimmeres gewohnt), ein cooles Feature.

 

 

 

Was es zu sehen gab:

Chichen Itza:

Wie bereits erwähnt ist Valladolid v.a. für die in der Nähe liegende Mayastätte Chichen Itza bekannt. Von der ADO-Station fahren ab frühmorgens regelmäßig Busse und Colectivos zu der 45km entfernten Stätte, wir nahmen ein Colectivo für 35 Peso p.P. (1,56€). Da Chichen Itza ein sehr beliebter Tagesausflug der Pauschaltouristen der umliegenden Urlaubsorte ist, empfiehlt sich ein möglichst früher Besuch. Wir fuhren bereits um 07:00 Uhr morgens mit dem Colectivo los und standen schon vor Öffnung an der Kasse in Chichen Itza, welche um 08:00 Uhr öffnet.

Für relativ teure 254 Peso p.P. (11,32 €) gelangt man in die Ruinenstätte, dabei gehen 184 Peso des Eintritts an den Bundesstaat Yucatan und nur 70 Peso an die Stätte selbst.

Das mit Abstand berühmteste Gebäude der Stätte ist die Pyramide El Castillo, sodass wir zunächst dahin liefen und Bilder machten. Dies ging aufgrund der Uhrzeit sehr entspannt und ungestört, das frühe Aufstehen lohnte sich also. Das Bauwerk ist nicht nur aufgrund seiner Größe beeindruckend, es weißt noch weitere coole Details auf. Außerdem klingt das Echo beim Klatschen in die Hände wie ein Pistolenschuss, natürlich wird dies auch die ganze Zeit ausprobiert.

Neben dem El Castillo befinden sich auf dem Gelände noch viele weitere Gebäude, welche den fortschrittlichen Entwicklungsstand der Mayas verdeutlichen (siehe Bildergalerie). Besonders faszinierend dabei war der Juego de pelota, der größte von insgesamt zwölf Ballspielplätzen in Chichen Itza. Mit einer Länge von 168m bzw. einer Breite von 38m war die Arena wahrscheinlich aber nicht nur für Ballspiele, sondern auch für zeremonielle Zwecke gedacht. Auch hier klingt das Echo anders.

Wir verbrachten etwas über zwei Stunden in der Anlage und trotz des teuren Eintritts hat es sich definitiv gelohnt. Chichen Itza gehört seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist daher von großer kultureller Bedeutung. Für Yucatanreisende sicherlich einer der ‘Muss man gesehen haben’-Orte!

 

 

 

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Hier noch ein kleines Video zum Echo an der Pyramide:

 

Ek Balam:

Neben Chichen Itza gibt es in ähnlicher Entfernung noch eine weitere bedeutende Mayastätte, welche jedoch weitaus weniger bekannt ist: Ek Balam. Leider fahren jedoch keine Colectivos zu der Stätte, stattdessen fahren Sammeltaxis (in der Nähe des Busbahnhofs ADO) für 200 Peso an den 30km entfernten Ort, in der Regel mit 4 Personen besetzt. Somit zahlt man zwar auch nur 50 Peso p.P. (2,22€) für die Fahrt, diese startet jedoch erst mit ausreichend Mitfahrern. Wir hatten jeweils Glück und konnten zu bereits wartenden Personen zusteigen, grundsätzlich kann es jedoch aber auch zu langen Wartezeiten kommen. Auf dem Rückweg wartete eine Französin bereits 40 Minuten, ehe wir dazukamen und uns die Kosten dann zu dritt teilten. Im Idealfall empfiehlt sich der Besuch also als Vierergruppe oder mit Spendierhosen.

Ek Balam ist im Vergleich zu Chichen Itza ähnlich teuer (211 Peso bzw. 9,38€ p.P. Eintritt, Fahrtkosten etwas höher als nach Chichen Itza), jedoch gibt es dort weniger zu sehen und das Gelände ist wesentlich kleiner. Aufgrund der wenigen Touristen ist es jedoch erlaubt auf die Ruinen zu klettern, dies ist in Chichen Itza wiederum nicht gestattet. 

Highlight der Stätte ist die Akropolis, eines der größten erhaltenen Gebäude der Mayakultur in Yucatan. Das Gebäude ist über 31m hoch, von der Plattform an der Spitze des Gebäudes hat man eine wahnsinnig coole Aussicht auf das Gelände sowie den umgebenden Dschungel. Die Treppenstufen sind jedoch weitaus höher als tief, gerade der Abstieg ist daher echt anstrengend und gefährlich. Dennoch lohnt sich der Ausblick!

 

Ek Balam ist definitiv auch sehenswert, dennoch ist Chichen Itza unserer Meinung nach im Zweifelsfall die bedeutendere und beeindruckendere Stätte.

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Cenote Zaci:

Valladolid hat noch eine Besonderheit zu bieten, eine Cenote mitten in der Stadt! Weniger als 100m vom Stadtzentrum (Parque Principal) entfernt liegt die Cenote, welche in einer 40 Meter hohen, halboffenen Höhle liegt. Das Wasser ist nicht wirklich klar, den Schnorchel benötigt man daher (leider) nicht. Ein paar Fische schwimmen zwar in der Cenote, sichtbar sind diese aber nur unmittelbar neben einem. Dennoch ist das Wasser super erfrischend und der Besuch lohnt sich.

Die Französin aus dem Sammeltaxi gab uns zudem einen coolen Tipp: Direkt an der Cenote liegt ein Restaurant, welches einen eigenen Zugang zur Cenote besitzt. Ab einem Wert von 100 Peso p.P. (keine Ahnung wie genau dies genommen wird) kann man anschließend die Cenote gratis besuchen und die 30 Peso Eintritt p.P. sparen. Wir nahmen nach Empfehlung des Kellners zwei typische mexikanische Speisen (Longaniza und Papadzules), wir wissen nicht wirklich was genau es war. War dennoch lecker, zum Glück nicht scharf und nicht allzu teuer!

 

 

Morgen fahren wir auf die Insel Holbox, die von Vielen als das Highlight in Yucatan genannt wird. Wir sind gespannt!

 

Milly und Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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