Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Tulum

Hola aus Tulum!

Mit dem Fernbus, dem beliebtesten Fortbewegungsmittel in Mexiko, ging es für uns von Cancun nach Tulum, eine kleine Stadt weiter südlich entlang der Ostküste. Für knapp über 5€ pro Person brachte uns der Bus in zweieinhalb Stunden günstig und komfortabel in das 130km entfernte kleine Städtchen.

 

Unser Airbnb:

Auch Tulum besteht aus zwei Teilen: Tulum Pueblo (Dorf) und Zone Hotelera (Hotelzone). Wir suchten uns wieder eine Unterkunft über Airbnb in Tulum Pueblo. Das Leben des Dorfes spielt sich fast ausschließlich entlang der Hauptstraße ab, welche durch Tulum verläuft. Unsere Unterkunft liegt ca. 5 Gehminuten von dieser Hauptstraße entfernt in einer eher skurrilen Gegend, gegenüber befindet sich bspw. eine ganze Ansammlung von Blechhütten im Wald (siehe Foto). Dennoch versicherte uns unser Host, dass es hier auch im Dunkeln absolut sicher sei, und so fühlten wir uns auch.

In der Unterkunft befinden sich insgesamt vier vermietete Zimmer sowie das Zimmer der Gastgeber, welche extrem nett und zuvorkommend waren. Highlights waren die Küche im Freien (quasi im Innenhof) sowie die riesige Dachterrasse, welche das ganze Dach des Hauses einnahm! In der Nacht hatten wir zudem eine Klimaanlage, guter Schlaf war garantiert!

Straße vor unserer Unterkunft
Dachterrasse
Küche

 

Was es zu sehen gab:

Tulum Pueblo an sich besitzt, wie schon erwähnt, eher wenige Highlights, welche sich alle entlang der Hauptstraße erstrecken. Dort befinden sich eine Reihe von Restaurants und auch besonders in der Nacht soll sich hier einiges abspielen. Dennoch befinden sich rund um Tulum Pueblo herum eine Menge Sehenswürdigkeiten, sodass Tulum ein guter Ausgangspunkt war.

 

Akumal:

Ungefähr auf halber Strecke zwischen Playa del Carmen (ein weiterer, wenn nicht der Urlaubsort an der Ostküste, welchen wir jedoch ausließen) und Tulum befindet sich das kleine Örtchen Akumal, welches vor 60 Jahren von Tauchern gegründet wurde. Es ist bekannt für die weißen Sandstrände, das Korallenriff sowie die Schildkröten. Akumal heißt übrigens auch ‘Land der Schildkröten’ in der Sprache der Maya. Ebenjene Tiere waren auch der Hauptanlass für unseren Besuch.

Per Colectivo gelangt man super schnell und einfach nach Akumal, quasi alle 30 Sekunden fährt eines von Tulum Richtung Playa del Carmen. Theoretisch zahlt man für die 30km im Colectivo nur 35 Peso pro Person (entspricht 1,58€), leider hatte uns unser Fahrer jedoch vergessen und so fuhren wir ein Stück weiter, mussten dann die autobahnähnliche Straße zu Fuß überqueren und zurückfahren. Was lernen wir daraus? Strecke auf dem Handy oder einer Karte mitverfolgen und den Fahrer im Notfall nochmal dran erinnern.

Ein Guide zeigte uns den Weg von der Straße zum Strand und verkaufte uns letztendlich außerdem eine Schnorcheltour zu den Korallenriffen. Grundsätzlich kann man den Strand wohl auch kostenlos nutzen, wir gingen jedoch (oder wurden gebracht) zu einem privatisierten Abschnitt, welcher jedoch auch Umkleiden und Duschen besaß und so seine 100 Peso Eintritt pro Person vielleicht auch wert war. Der vordere Strandabschnitt ist anschließend frei nutzbar, die Korallenriffe kann man jedoch nur mit Guide und Schwimmweste besuchen. Da wir neben den Korallen auch Schildkröten sehen wollten, entschieden wir uns für eine Tour (diese kostete inkl. Eintritt 500 Peso pro Person, also 22,50€). 

Grundsätzlich war diese Tour schon sehr cool, insbesondere für Marcel (der zwei Tage zuvor überhaupt das erste Mal schnorchelte und vorher noch nie ein Korallenriff sah) war sie etwas besonderes. Milly hingegen war schon auf Hawaii schnorcheln, dort sind das Riff sowie die Artenvielfalt und Anzahl der Fische wesentlich bunter und spannender. Wir sahen zwar mehrere Schildkröten, alle waren allerdings im vorderen, frei nutzbaren Abschnitt und nicht im tourpflichtigen Bereich. Wir bereuen diese Tour definitiv nicht, wir würden sie aber auch kein zweites Mal machen.

 

 

Maya-Ruinen:

Die Maya’s sind ein indigenes Volk, welche aufgrund ihrer hoch entwickelten Kultur berühmt sind und auch heute noch in Mexiko leben. Überall auf der Halbinsel Yucatan finden sich Überreste der damaligen Siedlungen, so auch in Tulum. Die Ruinen in Tulum sind dabei nicht sonderlich spektakulär (viele Gebäude sind nur noch rudimentär erkennbar), jedoch sind sie aufgrund ihrer Lage direkt an der Küste verhältnismäßig berühmt.

Mit dem Colectivo gelangten wir aus Tulum in die Zone Arqueologica, welches sich ein paar Kilometer außerhalb von Tulum Pueblo befindet. Für 70 Peso pro Person kann man die Ruinen selbstständig zu Fuß ansehen, theoretisch bieten Guides vor dem Eingang aber auch geführte Touren an.

Neben den Ruinen direkt an den Klippen waren die unterschiedlichen Tiere innerhalb der Ruinen ein echter Hingucker. Direkt am Eingang wurden wir von mehreren Nasenbären begrüßt und überall auf dem Gelände sitzen Leguane. Die Leguane findet man hier quasi überall, selbst hinter der Kaffeemaschine in der freien Küche in unserer Unterkunft haben wir schon kleinere Exemplare entdeckt.

Maya-Ruinen sollte man grundsätzlich früh morgens besuchen: Zum einen bieten sie selten Schatten und so ist es in der Mittagshitze unerträglich, zudem kann man so noch den Horden von Bustouristen entgehen. Wir waren etwas zu spät dran und kamen gegen 09:00 Uhr an der Ruine an, sodass wir uns wenig später in einer Reisegruppe wiederfanden. Dennoch ist das Gelände sehr weitläufig, und da wir uns gerade außerhalb der Hochsaison befinden war dies noch gut erträglich.

 

Cenoten: 

Cenoten sind mit Süßwasser gefüllte Kalksteinhöhlen, deren Decken eingestürzt sind, weswegen eine Verbindung zur Oberfläche besteht. Gerade auf der Halbinsel Yucatan gibt es mehrere Tausend solcher Cenoten, welche teilweise miteinander verbunden sind. Teilweise werden diese Cenoten sogar als Grund für die Ansiedelung der Mayakultur in Yucatan angeführt, schließlich konnten sie als Trinkwasserquelle verwendet werden.

Jede Cenote ist komplett unterschiedlich und daher wahrscheinlich einen Besuch wert, wir entschieden uns jedoch für insgesamt drei verschiedene Cenoten in der Nähe Tulum. Da alle drei an der Straße von Tulum nach Coba liegen, ließen sie sich super mit dem Leihrad abklappern. Apropos abklappern: Unsere klapprigen Leihräder kosteten uns gerade einmal 80 Peso (3,60€) pro Rad für den Tag, definitiv das beste Fortbewegungsmittel für solch einen Ausflug!

 

Die Cenote Carwash liegt ca. 8km von Tulum entfernt und war unsere erste Station. Für 50 Peso p.P. (2,24€) gelangten wir an die nur sehr wenig besuchte Cenote, allerdings gab es auch quasi keine Sanitäranlagen (höchstens ein Klo, auf welchem man Dschungelprüfungen absolvieren könnte). Im Wald gelegen wirkte die Cenote eher wie ein See, dennoch konnte man wegen dem klaren Wasser auf den (unspektakulären) Boden sehen und außerdem die kleinen Fische im Wasser beobachten.

 

Die Grand Cenote ist eine der bekanntesten Cenote in der Nähe Tulums und definitiv unser Favorit. Für 180 Peso p.P. (8,07€) war der Eintritt zwar relativ teuer, dennoch war die Anlage sehr gepflegt und hübsch anzusehen, außerdem war die Cenote an sich auch einfach unfassbar schön. Der Schwimmbereich zog sich über viele Meter (sogar durch eine Höhle hindurch), und unter Wasser konnte man die noch viel größere Dimension der Cenote erahnen: überall an den Seiten führten Tunnel weiter hinein, diese sind jedoch ohne Taucherausrüstung nicht betauchbar. Doch auch nur mit Schnorchel bewaffnet konnte man super viel entdecken, Highlight dabei war eine Wasserschildkröte direkt unter uns! In der Hochsaison soll diese Cenote wohl ziemlich überlaufen sein, wir hatten jedoch Glück und konnten relativ entspannt schwimmen.

 

Unsere letzte Station war die Cenote Calavera. Für 100 Peso p.P. (4,48€) gelangten wir auf das unscheinbar wirkende Gelände, die Cenote bestand aus drei unterschiedlich großen Löchern im Boden. Vom Rand um die Löcher herum konnte man die ca. 4 Meter ins Wasser springen, dies machte auch den größten Reiz dieser Cenote aus.

 

 

Eigentlich sollte in Tulum auch noch ein Besuch am Strand erfolgen, leider scheiterte dieses Unterfangen jedoch an unseren (zu) geringen Spanischkenntnissen sowie am schwer verständlichen Nahverkehr zum Strand. Eigentlich sollte man per Colectivo entspannt zum Strand kommen, leider verstand man uns an der Haltestelle jedoch nicht. Da wir in Cancun und Akumal schon Strand gesehen haben und der Strand in Tulum ebenfalls von Algen befallen sein soll, strichen wir diesen Programmpunkt mit einem halben weinenden Auge.

Unsere nächste Station ist die Kolonialstadt Valladolid sowie die unweit davon entfernte Mayastätte Chichen Itza!

 

Milly & Marcel

 

Wir sind Milly und Marcel

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