Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

San Pedro de Atacama

Zu Besuch in der trockensten Wüste der Welt!

Nach wahnsinnig interessanten Tagen in der Salzwüste von Uyuni ist für uns das Abenteuer Bolivien beendet und das Abenteuer Chile beginnt. Dieses riesengroße und vor allem lange Land soll uns ungefähr die nächsten vier Wochen beheimaten, den Anfang macht das kleine Städtchen San Pedro de Atacama, welches in der nördlichen Atacamawüste liegt. Normalerweise regnet es hier nur wenige Stunden in 6-7 Jahren, in Teilen wurde jedoch seit Jahrzehnten kein Niederschlag mehr gemessen. Dementsprechend gilt die Atacamawüste als die trockenste Wüste der Welt!

Die Anreise war denkbar einfach, denn Uyuni-Touren kann man in San Pedro enden lassen, man muss sich also um nichts kümmern. Nachdem der Grenzübergang überstanden war (siehe Bericht Uyuni), stiegen wir in der ca. 25°C warmen Mittagssonne in San Pedro aus. Für einen Novembertag ist dieses Wetter natürlich nicht unbedingt typisch, dennoch müssen und wollen wir uns gerne an das neue Weihnachtsklima gewöhnen:-)

Bereits auf dem Weg nach San Pedro, welches ca. eine Autostunde von der Grenze entfernt liegt, aber auch im kleinen Städtchen selbst erkennt man sofort den himmelweiten Unterschied zwischen Bolivien und Chile. Die gute Infrastruktur in Chile erinnert uns stark an Deutschland, in Bolivien war diese noch ein ganzes Stück abenteuerlicher. Aber auch die Stadt San Pedro (welche jedoch sehr touristisch und deswegen nicht unbedingt typisch chilenisch ist) wirkt wesentlich moderner und reicher. Während in Peru und Bolivien die Armut allgegenwärtig war, scheint Chile wesentlich wohlhabender zu sein. Ob sich dieser Eindruck bestätigt werden wir sehen!

Unser Hostel:

Unser Hostel in San Pedro war das ‘Valle del Desierto’, ein wirklich cooles Hostel! Fluch und Segen zugleich war zwar die Lage, es lag nämlich etwa 2,5km außerhalb der Stadt und damit im Nichts. Dreimal täglich pendelte ein Shuttle zwischen Hostel und Zentrum, leider jedoch selten zu den Zeiten, zu denen man es wirklich gebraucht hätte. Dennoch war die Strecke auch zu Fuß machbar, sodass wir das Beste aus der Lage machten. Diese brachte natürlich auch Vorteile mit sich: Das Hostel besaß einen großzügigen Außenbereich mit Pool und diversen Sitzmöglichkeiten, man konnte sich also nach belieben ausbreiten.

Geführt wurde das Hostel von mehreren jungen Leuten, welche eine entspannte Atmosphäre verbreiteten, jedoch auch ziemlich verplant waren. Zunächst versuchten sie uns mehrmals Touren zu verkaufen, als wir am Sonntag tatsächlich eine machen wollten, schienen Bier und Barbecue wichtiger zu sein. Am Ende klappte jedoch alles und wir waren froh, uns für dieses Hostel entschieden zu haben!

 

Was es zu sehen gab:

San Pedro besitzt etwa 5.000 Einwohner und lebt nahezu ausschließlich vom Tourismus, dennoch sind die Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt überschaubar. 

Das Zentrum von San Pedro ist mit seinen weißen Häusern ansehnlich, hier reihen sich jedoch Restaurants und Touragenturen aneinander. Des Weiteren besitzt San Pedro eine Kirche sowie natürlich auch eine Plaza de Armas. Die Feria Artesanal ist ein kleiner Souvenirmarkt.

Die Kirche von San Pedro
Auf der Plaza de Armas
Der Eingang der Feria Artesanal
Die Feria Artesanal von innen

Valle de la Luna:

Im Umfeld von San Pedro gibt es einige Highlights, meistens benötigt man jedoch eine (hier sehr teure) Tour dorthin. Das Valle de la Luna ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeiten, außerdem eine der Wenigen, welche auf eigene Faust erkundet werden können. Mit Leihfahrrädern fuhren wir in das Mondtal außerhalb der Stadt, dabei durchfuhren wir eine beeindruckende Wüstenlandschaft.

Milly kränkelte leider ein wenig, daher speckten wir die Tour ein bisschen ab und fuhren ‘nur’ bis zur ‘großen Düne’. Insgesamt war das Mondtal ehrlicherweise etwas enttäuschend, das Gelände ist sehr weitläufig und erinnerte uns eher an die Wüste als an den Mond. Mit dem Valle de la Luna in La Paz haben wir vielleicht auch einfach ein sehr beeindruckendes Mondtal bereits gesehen und wurden deswegen ein wenig enttäuscht. Nichtsdestotrotz war die Radfahrt in der Wüste dennoch ein Erlebnis und mit ein paar Tagen Abstand lohnte sich die Tour doch.

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Star Gaizing:

Aufgrund ihrer Lage eignet sich die Atacama-Wüste besonders für das Beobachten von Sternen, nicht grundlos stehen die größten Teleskope der Welt in der Atacama-Wüste. Wir nahmen an einer der überall angebotenen ‘Star Gaizing’-Touren teil, diese fand im Garten eines einige Kilometer außerhalb gelegenen Hauses statt. Zunächst erklärte uns unser Guide am Lagerfeuer bei Wein und Snacks einiges zur astronomischen Bedeutung für die Bevölkerung der Anden sowie einige Grundlagen der Astronomie, im zweiten Teil beobachteten wir dann durch Teleskope verschiedene Planeten und Sterne. Wie so oft war auch hier das Wetter entscheidend, wir sahen vor allem einen wahnsinnig hell scheinenden Mond, durch das viele Licht jedoch eher wenige Sterne sowie den Mars.

Der Blick auf den Mond durch das Teleskop

Die Tour war zwar ein teures Vergnügen, insgesamt hat sie sich doch gelohnt und wir würden sie auf jeden Fall wieder machen!

 

Wir verbachten in San Pedro insgesamt vier Nächte, die meiste Zeit davon verging entspannt im Hostel. Wir konnten uns außerdem in Ruhe an die neue Währung gewöhnen, sicherlich am Anfang eines der größten ‘Probleme’ bei jedem Grenzübergang. Während in Peru (1€ = ca. 4 Soles) sowie in Bolivien (1€ = ca. 8 Bolivianos) die Zahlen zumindest annähernd noch normal waren, gehen in Chile bei jedem Einkauf mehrere Tausender über die Ladentheke (1€ = ca. 770 chil. Pesos). Aber auch hieran werden wir uns sicherlich schnell gewöhnt haben:-)

Über den Flughafen Calama geht es für uns nun nach Valparaiso, einer coolen Hafenstadt im Umfeld Santiago de Chiles. Bis bald!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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