Asien,  Reisetagebuch

Rishikesh

Nach einem überraschend guten Tag  in Lucknow wollte ich am selben Abend um 18:00 Uhr den Zug nach Haridwar, dem größten Bahnhof in der Nähe Rishikeshs, nehmen. Neben den überfüllten Zügen ist die indische Bahn vor allem auch für ihre Verspätungen berühmt und so verschob sich meine Abfahrt um sechseinhalb Stunden, Haridwar erreichten wir schlussendlich am nächsten Mittag (anstatt 07:30 Uhr) sogar mit acht Stunden Verspätung. Ziemlich müde und ein wenig genervt ging es dann von Haridwar aus mit dem Bus nach Rishikesh, endlich!

Rishikesh (bzw. der 2km nördlich gelegene Stadtteil Muni-ki-Reti) war schon immer eine bedeutende Pilgerstadt, liegt es doch am Ganges und gleichzeitig auch noch sehr idyllisch in den Bergen. Ein Besuch der Beatles beim Yogaguru ‚Maharishi Mahesh Yogi‘ in Rishikesh in den 1960er Jahren führte neben einigen Beatlesliedern und -alben zu einer wachsenden Popularität auch unter Westlichen, heute wimmelt es in Rishikesh nur von Yogazentren und alternativen Leuten und so gilt es als ‚Yoga-Hauptstadt der Welt‘.

Allein die Aussicht vom Hostel war traumhaft!

 

Was es zu sehen gab:

Rishikesh ist kein klassischer Touristenort, richtige Sehenswürdigkeiten gibt es dort kaum. Es lassen sich stattdessen aber einige coole Ausflüge in Bergdörfer oder naheliegende Nationalparks (mit wildlebenden Tigern und Elefanten) machen. Ich hatte ‚nur‘ zwei Tage Zeit und blieb daher in der Stadt und versuchte, ein wenig vom ‚Geist Rishikesh‘s mitzubekommen‘.

Ram Jhula und Laksham Jhula:

Über den Ganges führen im Abstand von etwa 2km zwei ziemlich coole Hängebrücken in den Farben der Nationalflagge, die ‚Ram Jhula‘ und die ‚Laksham Jhula‘. Ich verband den Besuch mit einem Spaziergang am Ostufer, dort gibt es neben einigen Ghats (befestigte Uferstellen) und Ashrams (Yogazentren) auch ein paar Badestellen/-strände.

Die nördliche ‚Laksham Jhula‘
Die südliche ‚Ram Jhula‘

Blick von der Brücke
Eines der vielen Ashrams am Gangesufer

 

Rafting:

Im nördlichen Bereich von Rishikesh gibt es einige Stromschnellen im Gangesverlauf, dementsprechend ist Rafting ein sehr beliebtes Unterfangen. Auch ich wollte diese Erfahrung gerne machen und bereute diese Entscheidung keine Sekunde! Die Stromschnellen waren teilweise nicht ohne und so wurden wir ordentlich nass. In einem ruhigeren Abschnitt konnten wir auch so im eisigen Ganges schwimmen, soll ja schließlich von den Sünden befreien!

Wir starteten ca. 10km nördlich von Rishikesh

 

Yoga:

Natürlich durfte auch eine Yogastunde in Rishikesh nicht fehlen. Dank den vielen Ashrams gibt und gab es eigentlich zu jeder Tageszeit irgendwo eine ‚Drop-in Class‘, ich entschied mich für die oft empfohlene ‚World Piece Yoga School‘. Da ich der einzige war, erhielt ich sogar eine Privatstunde! 

Ich bin definitiv nicht für Yoga gemacht und habe mir noch kein abschließendes Urteil gebildet, dennoch war es mindestens eine coole Erfahrung!

 

Wie eingangs erwähnt ist Rishikesh eher kein Domizil für Kurzzeitbesucher wie mich, viele absolvieren eine Yogalehrerausbildung und verbringen daher Monate in der wunderschönen Stadt. Auch ich wäre gerne länger geblieben, allerdings sind die Züge schon gebucht und so geht es nun weiter in den heißesten Bundesstaat Indiens, Rajasthan!

Marcel

 

Wir sind Milly und Marcel

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