Interrail,  Reisetagebuch

Neapel

Chaotisches Neapel!

Nach den anstrengenden Tagen in Venedig führte uns unsere Route nun an den südlichsten Punkt der Tour, Neapel. Glücklicherweise gab es eine Direktverbindungen von Venedig nach Neapel, sodass wir die 650km entspannt in 5 Stunden abrissen und um 16:00 Uhr im Neapeler Chaos ankamen.

‚Chaotisch‘ war tatsächlich unser erster Eindruck von der Stadt, denn vor dem Bahnhof zeichnete sich ein unbeschreibliches Durcheinander ab. Der Verkehr im Italien ist ja gewissermaßen berühmt, dennoch waren wir davon ein bisschen überrascht. Ein monotones Hupen aus allen Hinmelsrichtungen und wild durcheinanderfahrende Autos machten jeden Gang über die Straße zum Abenteuer, zum Glück hatten wir es vom Bahnhof zur Unterkunft nicht allzu weit.

 

Unser Airbnb:

Nach fünf Gehminuten erreichten wir unser Airbnb, angesichts der Hitze waren wir über den kurzen Weg wirklich froh. Die Straße, in welcher die Unterkunft lag, gehörte definitiv nicht zum Reichenviertel, dubiose Straßenhändler und komische Läden reihten sich aneinander. Dennoch waren Bahnhof, Supermarkt und Metrostation schnell zu erreichen, für uns also perfekt.

Die Wohnung war wieder komplett über Airbnb vermietet, insgesamt 3 Zimmer und somit auch 4 weitere Mitbewohner gehörten zur Unterkunft. Diese war aber eigentlich ganz cool und hatte alles was wir brauchten. Außerdem hatten wir ein 5-Bettzimmer (welches aber nur wir bewohnten), wir konnten uns also richtig ausbreiten.

 

Was gab es zu sehen?

Cimitero delle Fontanelle:

Eher unorthodoxerweise begannen wir die Stadtbesichtigung auf einem Friedhof, dem Cimitero delle Fontanelle. Dieser Friedhof ist in einer alten Tuffsteinhöhlen eingerichtet und erstreckt sich über 3000qm.

Mit dem Ausbruch der Pest in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Kapazitäten der Kirchen schnell erreicht und in dieser Höhle ein Massengrab eingerichtet.

Im 19. Jahrhundert sortierte ein Geistlicher die knöchernen Überreste und ordnete sie an, was man heute noch besichtigen kann.

 

Castel Sant‘Elmo:

Auf dem Hügel Vomero liegt das Castel Sant‘Elmo und ist deswegen schon von weitem sichtbar.

Dank im Tagesticket inkludierter Seilbahnfahrt konnten wir uns entspannt den Hügel hochfahren lassen und konnten so die Festung ausnahmsweise ohne schweißtreibenden Marsch anschauen.

Die Ursprünge der Festung gehen bis in das 14. Jahrhundert zurück, heute kann sie vor allem mit einem schönen Ausblick über ganz Neapel punkten.

 

Die Altstadt:

Eine weitere Sehenswürdigkeit sollte laut Internet die Altstadt Neapels sein, weswegen wir einen kleinen Spaziergang durch das Centro Storico machten. Gefühlt war dieses anhand der Häuser jedoch nicht vom Rest der Stadt zu unterscheiden, wie man es sonst aus den Altstädten andere Städte kennt. Besonders markant hier waren die vielen kleinen Läden, welche unterschiedliche (selbstgemachte?) Figuren verkauften, dabei reichte das Sortiment von Marek Hamsik bis Angela Merkel.

 

Piazza del Plebiscito:

Auf dem Weg von der Metrostation zum Hafen liefen wir über den Piazza del Plebiscito (‚Platz der Volksabstimmung‘), den wohl berühmtesten Platz der Stadt. Auf der einen Seite wird dieser Platz vom Königspalast begrenzt, am anderen Ende steht die schöne Kirche ‚San Francesco di Paola‘.

 

Castel dell‘Ovo:

Am Hafen liegt das Castell dell‘Ovo auf einer kleinen Insel, welche durch einen begehbaren Steg mit dem Festland verbunden ist. Die Festung ist die älteste noch erhaltene Festung der Stadt.

Die deutsche Übersetzung des Namens lautet übrigens Eierfestung, da einer Legende nach ein römischer Dichter ein Ei in das Fundament des Bauwerks gelegt haben soll. Stadt und Festung teilen nun das Schicksal des Ei’s.

Auf dem Weg zum Castel dell‘Ovo entlang des Wassers hat man einen guten Blick auf den Vulkan Vesuv, welchen wir leider nicht besichtigen konnten. 

 

Nach dem schönen Venedig hatten wir ehrlicherweise von Anfang an ein eher durchwachsenes Gefühl bei der Stadt. Wie beschrieben war der erste Eindruck einfach nur chaotisch und dies sollte sich bestätigten. Die Stadt ist sehr laut und dreckig, und so sprang der Funke leider nicht wirklich über. Im Vorfeld las Milly in einem Forum ‚entweder man liebt Neapel und kommt immer wieder her oder die Stadt wird einen nie wieder sehen‘ und dies können wir nur bestätigen. Neapel hat definitiv auch schöne Seiten, daher sollte sich jeder selbst ein Bild von der Stadt machen. Wir werden jedoch so schnell nicht wiederkommen. 

Für uns geht es nun in die ,ewige Stadt‘, wir sind gespannt!

Milly und Marcel  

Wir sind Milly und Marcel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.