Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Mendoza

Wein ist fein bei Sonnenschein!

Von Santiago de Chile ging es für uns nun nach Mendoza, unserem ersten Halt in Argentinien. Diese Route ist relativ beliebt und wird daher von einer Vielzahl von Busunternehmen angeboten, wir legten die ca. sieben Stunden dauernde Strecke wieder mit dem chilenischen Unternehmen ‘Turbus’ (welches wir sehr empfehlen können!) zurück. Via Luftlinie trennen beide Städte nur etwa 180km, wenn da nicht die Anden wären. Die größte Gebirgskette der Welt verläuft entlang des ganzen Kontinents und in unserem Fall zwischen Santiago und Mendoza, also wurden aus 180km Luftlinie etwa 400km hügelige Straße.

Circa auf halbem End stand die Grenzkontrolle an, diese war im Vergleich zur Einreise in Chile sehr entspannt. Zwar mussten wir und unser gesamtes Gepäck den Bus verlassen, dieses wurde jedoch nur stichprobenartig kontrolliert und so dauerte der ganze Spaß gerade einmal 45 Minuten. Zu unserer Verwunderung gab es keinen chilenischen Ausreisestempel, dies sei laut unserem Busfahrer jedoch normal und im umgekehrten Falle würde man auch keinen argentinischen Ausreisestempel bekommen.

Wir erreichten die viertgrößte Stadt des Landes am Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein, schließlich beginnt hier der Sommer. Außerdem ist Mendoza eine Oasenstadt in der Wüste, die Sonne scheint hier durchschnittlich an 320 Tagen im Jahr (dies spielt für den Wein hier eine entscheidende Rolle, aber dazu später mehr). 

Unser Hostel:

Unser Hostel hörte auf den Namen ‘Hostel Internacional Mendoza’, wir blieben für drei Nächte dort. Bei der Suche nach einem Hostel waren uns die unerwartet günstigen Preise aufgefallen (grundsätzlich, nicht nur in diesem Hostel). Wir hatten bereits vorher von anderen Reisenden aufgeschnappt, dass der argentinische Peso in einer Krise steckt, das Ausmaß war uns jedoch nicht bewusst. Im Vergleich zum Januar 2018 (1€ = 20 Peso) bekommt man derzeit mehr als das Doppelte (1€ = 45 Peso) für einen Euro. Für die Argentinier ist dies sicherlich eine Katastrophe (dieses Problem scheinen sie jedoch seit vielen Jahrzehnten zu haben), für uns ist dafür alles wesentlich günstiger. Argentinien war uns als eines der teuersten Länder in Südamerika angekündigt worden, zumindest die Hostels können dies mit etwa 5-6€ pro Person und Nacht im Mehrbettzimmer nicht bestätigen (entspricht ungefähr dem peruanischem Niveau).

Wir schliefen in einem 6-Bettzimmer, welches zwar ein wenig klein aber dennoch ausreichend war. Im Endeffekt verbringt man hier die wenigste Zeit. Das Hostel besaß einen großen Aufenthaltsbereich und eine kleine Küche, wir waren definitiv zufrieden.

Was es zu sehen gab:

Durch das Klima ist Mendoza vor allem für seinen Wein bekannt, dieser zählt sicherlich zu den Hauptattraktionen der Stadt. Durch die vielen Sonnentage herrschen in Mendoza optimale Bedingungen für den Weinanbau, daher werden hier ca. 70% des gesamten argentinischen Weins produziert. Neben der Menge ist jedoch auch die Qualität bekannt, der Wein gilt als einer der Besten.

Bevor wir uns jedoch in den Alkohol stürzten, erkundeten wir zunächst die Stadt.

Casa de Gobierno:

Das ‘Haus der Regierung’ lag nur wenige Meter von unserem Hostel entfernt.

 

 

Palacio de Justicia’:

Der Justizpalast von Mendoza gehört sicherlich nicht zu den schönsten Gebäuden, dennoch darf es bei einer Stadterkundungstour nicht fehlen.

 

Plaza Independencia & San Martin:

Mendoza besitzt viele Plazen, die fünf Bekanntesten liegen, angeordnet wie eine Fünf auf einem Würfel, dicht beieinander. Der zentrale und größte Platz ist die ‘Plaza Independencia’.

Kleiner aber unserer Meinung nach schöner ist die ‘Plaza San Martin’.

Direkt neben der ‘Plaza San Martin’ befindet sich eineinhalb weitere Sehenswürdigkeiten, zum einendie Basilica San Francisco. Außerdem liegt mit der Banco de la Nacion ein zumindest sehr hübsches Gebäude dort, auch wenn es sicherlich nicht wirklich bedeutend ist.

 

Sarmiento:

Von der ‘Plaza Independencia’ führt die Straße ‘Sarmiento’ ab, die Fußgängerzone Mendozas. Für deutsche Verhältnisse ist sie sicherlich nicht sehr groß (und auch nur drei Blocks lang), dennoch ist sie einen kurzen Spaziergang wert.

Die Argentinier nehmen es mit der Siesta sehr ernst (und leider waren wir am Nachmittag dort), sodass in der Regel zwischen 13:00 – 17:00 Uhr die Geschäfte geschlossen sind und die Fußgängerzone wie ausgestorben wirkt.

 

Bodega La Domiciano:

Zu guter Letzt folgte die Hauptattraktion, der Wein. In Mendoza gibt es unzählige Bodegas (Weinkeller), diese können als Tour oder auf eigene Faust besucht werden. Wir fanden im Internet die Bodega ‘La Domiciano’ und fuhren mit dem Bus dorthin. Man benötigte keine Reservierung, wir konnten spontan an einer Weinprobe sowie einer kleinen Führung teilnehmen. Zunächst probierten wir verschiedene hauseigene Rotweine, dazu erklärten uns die sehr kompetenten Damen der Bodega allerhand zum Wein. Wir sind absolut keine (Rot)weintrinker, dennoch war der Wein gar nicht so übel, Weinkenner hätten hier sicherlich viel Freude. Im Anschluss gab es eine kleine Führung durch die Produktions- und Lagerräume.

Im Außengelände befindet sich ein kleines Traubenfeld, dieses dient jedoch nur zur Anschauung. Ihren Wein baut die Bodega einige Kilometer entfernt an.

Die Bodega ‘La Domiciano’ ist eine richtig nette Anlage, die Weinprobe und die Führung waren sehr interessant und das Personal wirklich gut informiert. Wir würden diese Bodega definitiv empfehlen, im Vergleich zu anderen Bodegas ist es hier außerdem nicht überlaufen und daher angenehm ruhig.

 

Mendoza ist eine große und sicherlich sehenswerte Stadt an der Grenze zu Chile, auf dem Landweg von Santiago nach Buenos Aires lässt sie sich super einbauen. Insbesondere die Bodegas dort sind einen Besuch wert, wir haben unseren Aufenthalt dort nicht bereut.

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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