Asien,  Reisetagebuch

Kalkutta

Vorab: Ja, ich habe es nach Indien geschafft! Im Vorfeld hatte ich zumindest leise Zweifel, allein der Visumsantrag war nie komplizierter und langwieriger. Einem Bekannten war sogar erst vor kurzem das Visum grundlos abgelehnt worden, doch bei mir lief glücklicherweise alles reibungslos. Auch das Prozedere am Flughafen war wesentlich einfacher und schneller als gedacht und so war ich schon 15 Minuten nach Landung offizieller Tourist in Indien!

Von Myanmar aus war der Flug in das ostindische Kalkutta (welches offiziell Kolkata heißt) am günstigsten und so startete ich meine Indienreise in der siebtgrößten Stadt (4,5 Mio. Einwohner im Stadtgebiet bzw. 14,1 Mio. Einwohner im Ballungsraum) des Landes. Aufgrund der nicht idealen Lage und des schlechten Rufes ist Kalkutta kein klassisches Touristenziel, dennoch wollte ich mir dir Stadt zumindest kurz ansehen.

Was es zu sehen gab:

Victoria-Memorial:

Das Victoria-Memorial gilt als Wahrzeichen der Stadt und war daher auch mein erster Anlaufpunkt. Nach dem Tod der namensgebenden Königin Victoria, welche sowohl Königin von Großbritannien als auch später gleichzeitig Kaiserin von Indien war, errichtete König George V. im Jahre 1906 dieses Bauwerk.

Im Inneren des Memorials befindet sich eine Ausstellung mit über 30.000 Ausstellungsstücken aus der Zeit des British Empire‘s. Wirklich anschauen konnte ich mir die vielen Briefe und Bilder leider nicht, stattdessen machte ich erste Bekanntschaften mit der berühmten indischen Neugier und schoss locker 30-40 Selfies mit gefühlt jedem einzelnen Museumsbesucher. Eigentlich fand ich dies eher witzig als anstrengend, dennoch ergriff ich nach kurzer Zeit die Flucht in den Park hinter dem Memorial. Dort wiederum wurde ich prompt von einer Gruppe junger Männer angesprochen und verbrachte so die nächsten zwei Stunden in einem coolen Gespräch über Kulturen und Unterschiede zwischen Indien und Deutschland.

 

Maidan:

Direkt neben dem Victoria-Memorial befindet sich einer der größten Stadtparks (wobei hier der Park aus einer einzigen Rasenfläche besteht) der Welt, der Maidan. Am Sonntag Nachmittag wurde nahezu der gesamte Park von hauptsächlich Cricket spielenden Gruppen genutzt. Das Spiel verstehe ich zwar weiterhin nicht, dennoch war das Zuschauen super interessant!

 

BBD-Bagh:

Das historische, wirtschaftliche und politische Zentrum befindet sich rund um den kleinen künstlich angelegten See ‚Lal Dighi‘ und hört auf den Namen ‚BBD-Bagh‘ ( benannt nach den drei Revolutionären Benoy Basu, Badal Gupta und Dinesh Gupta). Hier trifft man auf gleich mehrere interessante Gebäude:

Das Hauptpostamt
Writer‘s Building: Hier arbeiteten ursprünglich die Beamten der Britischen Ostindien-Kompanie, heute ist es Sitz der westbengalischen Regierung
Writer‘s Building
St. John‘s Kirche
St. John‘s Kirche
– Government House: Dieses beeindruckende Gebäude war bis 1911 die Residenz des Vizekönigs sowie Sitz der britischen Generalgouverneure, heute ist es die offizielle Adresse des Gouverneurs von Bengalen. Leider ist der Zutritt strikt verboten, lediglich durch den Zaun können Bilder gemacht werden    
Der Gerichtshof von Kalkutta
Der Gerichtshof von Kalkutta
Das Rathaus (wird leider gerade renoviert)

 

New Market:

Der New Market ist der bekannteste Markt in Kalkutta

 

Kalkutta war als Einstieg in das Abenteuer sicherlich keine schlechte Wahl, glücklicherweise war das tägliche Chaos durch die Zeit in Asien schon bekannt und der Kulturschock daher nicht allzu groß.   Indien, das wurde schnell klar, ist zweifelsfrei dennoch noch einmal eine Steigerung des asiatischen Wahnsinns, dies macht allerdings auch den großen Reiz aus und so steigt meine Vorfreude eher noch an.

Die kommenden Tage werden wahrscheinlich ein wenig ruhiger und kühler (tagsüber herrschten in Kalkutta locker Temperaturen über 40 Grad), ich fahre zu den berühmten Teefeldern von Darjeeling! 

Marcel 

Wir sind Milly und Marcel

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