Asien,  Reisetagebuch

Jaisalmer

Sechs Zugstunden von Bikaner entfernt liegt die letzte größere Stadt im Südwesten, Jaisalmer. Mit nur etwa 70.000 Einwohnern ist die Stadt nicht sonderlich groß, dennoch gibt es hier mindestens zwei Attraktionen zu sehen bzw. zu machen. Durch den markanten sandsteinfarbenen Ton der Häuser wird Jaisalmer auch die ‚goldene Stadt‘ genannt.

Was es zu sehen gab:

Berühmt für Jaisalmer ist natürlich die dominante, höher gelegene Festung. Innerhalb dieser befindet sich der historische Stadtkern, der Stadtpalast sowie die Jain-Tempel.

Bereits vom Bahnhof ist das riesige Fort zu sehen

Der Stadtpalast

Der Jain-Tempel

Die Jain-Tempel von oben
Die Aussicht vom Fort

Sowohl innerhalb der Festung als auch außerhalb befinden sich eine Vielzahl beeindruckender ehemaliger Kaufhäuser, die Havelis. Von Außen fallen vor allem die aufwendigen Verzierungen ins Auge. Das Baa-Ri-Haveli innerhalb der Festung beinhaltet ein kleines Museum über die Lebensumstände der damaligen Kaufleute.

Im Inneren des Baa-Ri-Haveli (die Fassade war aufgrund der engen Gasse leider nicht auf ein Bild zu bekommen)

Eine typische Haveli-Fassade

 

Kamelsafari:

Durch die Wüstenlage hat sich Jaisalmer als Mekka für Kamelsafaris entwickelt und auch ich wollte diese Erfahrung natürlich machen. Leider gab es im Vorfeld ziemlichen Ärger mit meinem Guesthouse (über dieses hatte ich die Safari gebucht), dies soll hier aber nicht weiter ausgeführt werden. 

Zu Beginn fuhren wir (ich war mit einer Gruppe Franzosen unterwegs) mit dem Jeep in ein eine Stunde entferntes kleines Wüstendorf, dort warteten bereits unsere Guides und die Kamele auf uns. Von dort aus ritten wir rund eineinhalb Stunden durch die Wüste und endeten schließlich an einer kleinen Hütte, umgeben von Sanddünen. Der Ritt auf den Kamelen, welche mit ca. 3m wesentlich größer als gedacht sind, ist für den Hintern und die Geschlechtsteile eine echte Tortur und so waren wir allesamt froh über das verhältnismäßig kurze Reiten (andere Agenturen warben mit zwei bis drei Stunden).

An der Hütte gab es ein den Umständen entsprechendes aber trotzdem leckeres und einfaches Abendessen, im Anschluss genossen wir den Sonnenuntergang von den Dünen aus.

Die Nacht verbrachten wir unter freiem Himmel auf Feldbetten, ein sicherlich einmaliges Ereignis. In Jaisalmer hatte es in der Nacht wohl ordentlich Unwetter mit Hagel (in der Wüste!) gegeben, wir blieben davon verschont. Stattdessen gab es die ganze Nacht über besondere Lichterspiele am Himmel. Lediglich die Sterne waren wegen den aufziehenden Wolken nicht so gut zu sehen, dies konnten wir aber verschmerzen.

Unser Nachtlager

Am Morgen gab es ein zweites Mahl an der Hütte, danach räumten wir unser Feld und ritten zurück ins Dorf.

Wie aus dem Bilderbuch: Wüste mit (Rinder)Skelett

Alles in allem war die Safari, trotz negativer Begleitumstände, eine tolle und neue Erfahrung, wenngleich ich beim Zustand der Kamele nicht immer das beste Gefühl hatte. Man konnte einige Narben sehen und in der Nacht wurden Seile zwischen die Vorderbeine gespannt.

 

Jaisalmer ist mit seiner angenehmen Größe sowie dem Fort eine absolut sehenswerte Stadt und auch die Kamelsafaris sorgten für eine für mich einprägsame Zeit!

Marcel

 

Wir sind Milly und Marcel

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