Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Iguazú-Wasserfälle

Willkommen bei den breitesten Wasserfällen der Welt!

Die Iguazu-Wasserfälle sind ein wahnsinniges Naturspektatkel bestehend aus 20 größeren und 255 kleineren Wasserfällen an der Grenze zwischen Paraguay, Argentinien und Brasilien. 80% der Wasserfälle befinden sich auf argentinischer und 20% auf brasilianischer Seite, Paraguay darf hier nur zusehen. Mit einer Maximalhöhe von ‘nur’ 75m gehören die Iguazu-Wasserfälle zwar nichtmal zu den 30 höchsten Wasserfällen weltweit, dafür gelten sie mit einer Breite von insgesamt 2700m als die breitesten Wasserfälle der Welt.

Besucht werden können die Wasserfälle von Argentinien und von Brasilien aus, beide Länder haben umfassende Nationalparks rund um die Wasserfälle eingerichtet.

Aus dem paraguayischen Asuncion (unserem letzten Aufenthaltsort) fuhren wir mit dem Bus an die paraguayische Grenzstadt ‘Ciudad del Este’ und blieben dort eine Nacht, eigentlich wollten wir dort den zweitgrößten Staudamm der Welt besichtigen (was leider nicht funktionierte). Der Grenzübergang von Paraguay nach Brasilien ist prinzipiell einfach, Linienbusse verkehren regelmäßig zwischen Ciudad del Este und Foz do Iguacu. Diese warten jedoch nicht an den Grenzstationen, daher muss man dort jeweils aussteigen und auf den nächsten Bus warten. Da diese nicht unbedingt häufig fahren, stiegen wir an der paraguayischen Grenze aus, überquerten die Grenzbrücke zu Fuß und stiegen nach der brasilianischen Grenze (an welcher die Einreise übrigens super einfach war, im Vorfeld hatten wir da Unterschiedliches gelesen) wieder in den Bus ein.

Unser Hostel:

Bei der Wahl der Unterkunft bzw. bei dessen Lage kann man zwischen zwei Orten auswählen, dem brasilianischen ‘Foz do Iguacu’ sowie dem argentinischen ‘Puerto Iguazu’. Da wir bereits in Argentinien waren und wir auch die nächste Zeit in Brasilien bleiben wollen, entschieden wir uns für die brasilianische Variante und kehrten so im ‘Katharina House Hostel’ ein. Dieses lag nah am Stadtbusbahnhof (Terminal Urbano), ein klarer Vorteil. Ansonsten war das Hostel solide, es gab jedoch leider keine Küche (wussten wir natürlich im Vorfeld, es gab jedoch keine wirkliche Alternative). Das Hostel selber bot am Abend Hamburger an, außerdem lag direkt nebenan ein nettes Bistro. Verhungern mussten wir also nicht, für den Geldbeutel war dies dennoch nicht ganz einfach.

Ein großer Vorteil des Hostels war das Tourangebot: Zwar kann man die argentinische Seite auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, durch den Grenzübergang geht dabei jedoch viel Zeit um. Da die argentinische Seite ziemlich groß ist, kann man jede Stunde mehr aber gut gebrauchen. Daher entschieden wir uns, an einer vom Hostel organisierten Tour teilzunehmen (diese entsprach dem Transport sowie den Formalitäten an der Grenze), diese war auch nicht viel teurer als die Anreise per Öffis.

Was es zu sehen gab:

Die Hauptattraktion von Foz do Iguacu (und den umliegenden Städten ebenso) sind natürlich die Wasserfälle, diesen widmeten wir uns an gleich zwei Tagen. Zunächst besuchten wir die argentinische Seite, im Anschluss folgte dann tags darauf die Brasilianische.

Die argentinische Seite der Iguazu-Wasserfälle:

Per Van ging es für uns also zunächst zurück nach Argentinien, der Eingang des Nationalparks befand sich ungefähr 15 Minuten von der Grenze entfernt. Wir schlugen gleichzeitig mit anderen Horden von Besuchern auf, die Ticketbeschaffung wurde daher zu einer eher langwierigen Angelegenheit, irgendwann hielten wir aber die begehrte Eintrittskarte in unseren Händen.

Im groben besteht der Park aus drei Teilen: Ein oberer sowie ein unterer Rundlauf sowie die Aussichtsplattform am ‘Teufelsschlund’ (so wird die u-förmige Schlucht, welche die größten Wasserfälle beinhaltet, genannt). Da das Gelände sehr weitläufig ist, gibt es noch zwei kleine Eisenbahnen, theoretisch kann aber der ganze Nationalpark zu Fuß erkundet werden.

Die Karte des argentinischen Nationalparks mit dem oberen (rot) sowie dem unteren Rundlauf (hellblau) und dem Weg zum ‘Teufelschlund’ (orange, oben)

Diese Eisenbahnen haben natürlich nur eine begrenzte Kapazität, an einem kleinen Ticketschalter kann man sich seinen entsprechenden Platz ‘reservieren’ (es gibt aber keine zugeteilten Plätze). Da die Wartezeit auf die Bahn zum ‘Teufelsschlund’ eine Stunde betrug, widmeten wir uns zunächst dem oberen Rundlauf. Auf Metallbrücken führen die Rundläufe durch den Dschungel und teilweise sehr dicht an die Abgründe der Wasserfälle heran.

Der obere Rundlauf benötigte etwa 45 Minuten und war daher ideal zur Überbrückung der Wartezeit. Nun sollte es jedoch endlich mit der Bahn zum ‘Teufelsschlund’ gehen, dem eigentlichen Highlight der Iguauz-Wasserfälle.

Auf dem Weg zum ‘Teufelsschlund’, wir waren nicht die Einzigen
Der ‘Teufelsschlund’ von oben

Zugegebenermaßen wirkt dieser Teil von der argentinischen Seite aus weniger spektakulär, von der tiefer und etwas weiter entfernt liegenden brasilianischen Seite aus sollte aber noch ein Blick in den ‘Teufelsschlund’ folgen. Dennoch ist dieses Naturschauspiel schon wahnsinnig beeindruckend gewesen, die Wassermassen fließen bspw. in einer unfassbaren Lautstärke in den Abgrund!

Auf dem Weg zur Plattform am ‘Teufelsschlund’ kamen es reihenweise durchnässte Leute entgegen, dabei ahnten wir natürlich schon was uns erwarten würde. Wir waren gut vorbereitet und konnten alle Wertgegenstände wasserdicht eintüten, an der Plattform regnete es dann durch den Wind und wir wurden einmal komplett durchgewaschen.

Im Anschluss ging es mit der Bah zurück zum Bahnhof ‘Cataratas’, dem Ausgangspunkt der beiden Rundläufe. Da es ordentlich regnete, legten wir dort erst einmal eine Pause ein und schauten den Nasenbären zu. Die niedlich aussenden Tiere sind mittlerweile zu einem richtigen Problem geworden, sie haben jede Scheu vor dem Menschen abgelegt und gehen nun fleißig auf Essensdiebstahl. Laut Warnschildern können auch andere Wertsachen gerne mal von den Tieren mitgenommen werden, zum Glück machten wir damit aber keine Erfahrung. Leider gibt es natürlich immer wieder Touristen, welche die Tiere noch füttern möchten, sodass regelmäßig Futterkämpfe ausbrachen.

Zum Abschluss folgte nun noch der untere Rundlauf, in diesem boten sich uns noch ein paar beeindruckende Aussichten!

 

Die brasilianische Seite der Iguazu-Wasserfälle:

Während man auf der argentinischen Seite, wie oben gesehen, auf vielen Wegen durch den Dschungel die Wasserfälle erkunden kann, bietet die brasilianische Seite mit ein wenig Abstand vor allem einen Überblick bzw. gute Aussichten auf das gesamte Ausmaß.

Von Foz do Iguaçu aus kann man den brasilianischen Nationalpark bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, der Bus fuhr direkt vor unserer Haustür ab und ließ uns am Eingang heraus. Dieser Eingang liegt noch einige Kilometer von den Wasserfällen entfernt, daher wird man innerhalb des Parks mit speziellen Bussen bis zum Anfang der Wege entlang der Wasserfälle gefahren.

Im Prinzip besteht die brasilianische Seite aus einem Weg, welche entlang des Flussufers führt und daher fast einen permanenten Blick auf die Wasserfälle garantiert. Insgesamt ist die Fläche im Vergleich zur argentinischen Seite sehr viel kleiner, die Anzahl der Besucher jedoch ähnlich. Dementsprechend ist es wahnsinnig voll auf den Wegen, für Fotos muss man zum Teil Schlange stehen. Dennoch lohnt sich dieser Teil, gerade der Blick in den ‘Teufelsschlund’ bietet noch einmal eine andere Perspektive.

Ein wenig wildes Leben am Wegesrand

Am Ende des Weges führt eine Plattform Richtung ‘Teufelsschlund’
Der heißbegehrte Blick in den ‘Teufelsschlund’

 

Die Iguazu-Wasserfälle gehören zu Recht zu den beeindruckendsten Orten in Südamerika, das gesamte Ausmaß der Wasserfälle sowie die Landschaft drumrum hat uns wirklich fasziniert! Die Besuchermassen dort sind definitiv anstrengend und übersteigen sicherlich auch das gesunde Maß, da wir dazu aber unseren Beitrag leisten muss man das so akzeptieren. Auch wenn die Aussichten von der brasilianischen Seite sicherlich sehr schön sind, würden wir im Zweifel immer die Argentinische vorziehen, die Wanderwege dort sind einfach super schön und echt eine Erfahrung wert!

Nachdem wir so viel Wasser sahen, wollen wir natürlich jetzt auch endlich baden gehen und ziehen daher weiter an die brasilianische Küste. Mit 15 Stunden steht uns dabei noch einmal eine letzte längere Busfahrt bevor, wir hoffen es lohnt sich! Bis bald!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.