Asien,  Reisetagebuch

Hua Hin

Nächster Halt: Hua Hin!

Auf dem Weg Richtung Bangkok legten wir noch einen kleinen Stop in Hua Hin ein, für uns stand ein besonderes Erlebnis an! 

 

Unser Hostel:

In Hua Hin kamen wir im Buanthai-Hostel unter, einem eher kleinen und privat geführten Hostel in der Nähe des Zentrums von Hua Hin. Die Einrichtung war ziemlich modern und unsere Betten hatten Steckdosen und Vorhänge, außerdem gab es ganztägig Klimaanlage und eine kleine Küchenzeile. Die Besitzerin war leider während der Rezeptionszeiten nicht immer anwesend (und das ein oder andere Mal hätten wir sie tatsächlich gebraucht), des Weiteren gibt es aber wirklich nichts negatives über das Buanthai-Hostel zu sagen!

 

Was es zu sehen gab: 

Für den Stop in Hua Hin gab es eigentlich nur zwei Gründe, diese haben sich jedoch definitiv gelohnt:

Wildlife Friends Foundation Thailand:

Auf einem anderen Blog hatten wir im Vorfeld von der ‘Wildlife Friends Foundation’ gehört und waren von den Bildern wirklich begeistert, also entschlossen auch wir uns für einen Besuch dort. Dies ist durchaus beliebt, dementsprechend muss man bereits einige Tage im voraus reservieren (dies widerspricht eigentlich vollkommen unserem normalen Vorgehen, in diesem Fall planten wir dennoch gerne mal ein paar Tage weiter 🙂 ).

Die Gründungsgeschichte dieser Einrichtung ließt sich ein wenig märchenhaft, scheint aber zu stimmen: Im Jahre 2001 war der Niederländer Edwin Wiek geschäftlich in Thailand unterwegs und erlitt dort bei einem Autounfall schwere Verletzungen. Während der Genesung überdachte er sein Leben und suchte nach einer neuen, erfüllenderen und sinnvolleren Beschäftigung. Durch einen weiteren Zufall kam er schlussendlich auf das Retten von wilden Tieren, welche in Thailand massenhaft unter widrigen Umständen gehalten und als Touristenmagnet, Haus- oder Arbeitstier missbraucht wurden (und weiterhin werden). Er erzählte lokalen Mönchen von seiner Idee und bekam von diesen ein riesiges Gelände für die Umsetzung seiner Pläne zu Verfügung. Seit 2001 hat die ‘Wildlife Friends Foundation’ mittlerweile unzählige Tiere gerettet (und immerhin ungefähr 50% davon zurück in die Wildnis gesetzt) und ist dabei stetig gewachsen.

Wir wollten uns das Projekt ansehen und buchten eine Tagestour, diese bestand zunächst aus einem Rundgang am Vormittag. Der Rundgang über das große Gelände war wirklich interessant und man sah viele unterschiedliche Tiere, die Organisation nimmt im Grunde alle denkbaren Tierarten auf. Vielen Tieren sah man sowohl äußerlich als auch verhaltenstechnisch die oft sehr traurigen Vergangenheiten an. Besonders in Erinnerung blieb hier ein Bär, welcher jahrelang in einem extrem kleinen Käfig gehalten wurde und sich deswegen auch jetzt im großen Gehege nur in einem minimalen Bereich bewegt.

Dieses Krokodil bewegt sich quasi gar nicht, selbst ein neben dem Kopf laufendes Huhn interessiert es nicht

Das Krankenhaus der Einrichtung

Am Nachmittag folgte dann die ‘Hauptattraktion’, der Besuch der Elefanten. Elefanten haben in Südostasien eine lange Tradition und gelten für die Einheimischen zu den wichtigsten Tieren, dennoch widerfährt ihnen auch unfassbares Leid. Beim ‘Logging’ ziehen die Elefanten ununterbrochen Baumstämme von A nach B, in der Regel mit nur kurzen Schlafpausen zwischendurch. Auch im Tourismus haben sie leider einen festen Platz, nach wie vor ist das Reiten von Elefanten eine beliebte Belustigung. Die Körbe auf dem Rücken hinterlassen bleibende Schäden, außerdem sind Elefanten nicht für Lasten auf dem Rücken ausgelegt. 

Die von uns besuchte Elefantendame ist 72 Jahre alt und arbeitete lange Zeit in der Tourismusbranche (wurde dort geritten). Sie verbindet die erlittenen Qualen mit anderen Elefanten (welche ebenfalls und in Gruppen geritten wurden) und scheut daher jeglichen Kontakt zu ihren Artgenossen. 

Zunächst konnten wir die Elefanten füttern, im Anschluss gab es außerdem ein kleines Bad.

Auf dem Gelände leben viele Elefanten, einigen statteten wir mit dem Bus noch einen kleinen Besuch ab.

Dieser Elefant führte zu Beginn einen kleinen Tanz auf (wenn sich Elefanten freuen “wedeln” sie mit ihrem Po und dem Rüssel, welches von Menschen gern als tanzen bezeichnet wird)

Fazit: Neben Spenden bilden die Besuche vor Ort (welche für thailändische Verhältnisse wirklich nicht günstig sind, die Tagestour (10:00-15:00 Uhr) kostet ungefähr 50€) eine Haupteinnahmequelle, dementsprechend waren mit uns ungefähr 80 weitere Menschen (aufgeteilt in drei Gruppen) dort. Auf dem vorher gelesen Blogeintrag wirkte die Anlage ein wenig kleiner und die Tour ein bisschen ‘intimer’, im ersten Moment waren wir daher ein wenig überrascht und vielleicht auch enttäuscht. Dennoch dient dies einem guten Zweck und ist daher vollkommen in Ordnung, es entsprach im ersten Moment halt nur nicht dem erwarteten. 

Neben den vielen Informationen stimmt der Besuch vor allen Dingen nachdenklich, dies ist sicherlich auch das Hauptziel der Besuche. Fotos mit Affen auf Partymeilen oder das Reiten von Elefanten lösen einfach unfassbares und unnötiges Leid bei den Tieren aus und sollten daher auf jeden Fall vermieden werden, Einrichtungen wie diese bieten gute Alternativen. Wir sind sehr froh über unseren Besuch und würden diesen auch jederzeit weiterempfehlen.

Weitere Infos: https://www.wfft.org

 

Phraya Nakhon Cave:

50km südlich von Hua Hin befindet sich der Khao Sam Roi Yot Nationalpark mit einer wirklich außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit, die Phraya Nakhon Höhle. Als Besonderheit befindet sich in der Höhle ein kleiner Tempel! Glücklicherweise führen nur wenige Touren dorthin, wir fuhren auf eigene Faust mit dem Roller. Die Fahrt dauerte jeweils rund 90 Minuten und war durchaus anstrengend, am Ende hat es sich jedoch gelohnt!

Zunächst fuhren wir mit dem Boot zum Ausgangspunkt des Trails, alternativ kann man auch über einen Berg dorthin wandern (das Boot ist jedoch die schnellere, schönere und weniger anstrengendere Variante).

Der Weg zur Höhle führte über unwegsames Gelände und dauerte ungefähr 30 Minuten.

Endlich angekommen erschien dieser Tempel, er wurde Ende des 19. Jahrhunderts für König Rama V errichtet. Zwischen 10:30 und 11:30 Uhr fällt der Lichtstrahl genau auf den Tempel, wir waren leider ein wenig zu spät dran (dafür entkamen wir aber wohl den meisten Touristen).

Beim Abstieg gab es noch diesen schönen Ausblick auf die Bucht:

 

Hua Hin selbst bietet wenige Sehenswürdigkeiten und ist daher auch kein klassisches Touristenziel, mit der ‘Wildlife Friends Foundation’ und der ‘Phraya Nakhon Höhle’ gibt es dennoch mindestens zwei gute Gründe für einen Zwischenstop. Gerne hätten wir auch noch den in der Stadt liegenden Wasserpark ‘Vana Nava’ besucht, dafür blieb jedoch leider keine Zeit. Cillys Flug lag nur noch zwei Tage entfernt und Bangkok stand noch auf dem Plan, dort zog es uns auch als nächstes hin. Bis dann!

 

Milly & Marcel

 

Wir sind Milly und Marcel

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