Asien,  Reisetagebuch

Ho-Chi-Minh-Stadt

Den Abschluss unserer Vietnam-Reise sollte die inoffizielle Hauptstadt Ho-Chi-Minh-Stadt (HCMC) sein, mit rund 8,2 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Bis 1976 war HCMC unter dem Namen Saigon die Hauptstadt vom unabhängigen Südvietnam, mit Ende des Vietnamkrieges und der Wiedervereinigung Vietnams verlor es doch diesen Status. Gleichzeitig erfolgte auch die Umbenennung Saigons zu Ehren des verstorbenen nordvietnamesischen Staatschefs Ho Chi Minh.

Die Anreise, immerhin liegen zwischen Da Nang und HCMC rund 1000km, legten wir sehr bequem mit dem Nachtzug zurück. Die Fahrt dauerte rund 18 Stunden und im 4er-Bettenabteil ließ sich dies bequem wie selten zuvor aushalten. Der Bus wäre sicherlich die günstigere Alternative gewesen (mit rund 35€ war der Zug nicht billig), dennoch war der Nachtzug eine interessante Erfahrung und lohnende Investition. 

 

Unser Hostel:

Via Facebook wurde uns das ‘Flipside Hostel – Walking Street’ empfehlen und im Großen und Ganzen waren wir auch ziemlich zufrieden. Der 8er-Dorm war modern und besaß eine Klimaanlage, das morgendliche Frühstück war zwar nicht perfekt aber dafür umsonst. Einen Aspekt hatten wir vorher jedoch nicht bedacht: Wie der Name schon vermuten lässt, befindet sich das Hostel direkt in der berüchtigten Backpacker- und Partymeile ‘Bui Vien’, wir erhielten außerdem ein Zimmer Richtung Straße. Die nächtliche Lautstärke von draußen war dabei aber gar nicht das Problem, vielmehr machten wir jede Nacht Bekanntschaft mit rücksichtslosen und betrunkenen Menschen in unserem Zimmer. Ein ausgiebiger Plausch um 3 Uhr nachts oder kotzende Zimmergenossen ließen uns eigentlich jede Nacht mindest einmal wach werden, im Nachhinein war dies aber eher witzig als schlimm.

Vom Balkon unseres Zimmers konnte man direkt auf die Partymeile blicken

 

Was es zu sehen gab:

Kriegsopfermuseum:

Vietnam kann im Bezug auf den Vietnamkrieg auf eine blutige und gewaltsame Vergangenheit zurückblicken, dem geschuldet wurde in der Nähe des Wiedervereinigungspalasts das ‘Kriegsopfermuseum’ errichtet. Im Open-Air-Teil des Museums wird altes Kriegsgerät ausgestellt, außerdem befindet sich dort der Nachbau eines Gefängnisses. In den Ausstellungsräumen gibt es viele Bilder sowohl aus der Vor- als auch aus der Nachkriegszeit, der Schwerpunkt liegt natürlich aber auf der Zeit während des Krieges. Besonders verstörend waren Bilder der Kriegsopfer sowie die dargestellten Auswirkungen von Agent Orange und Co. (Agent Orange ist ein Entlaubungsmittel, welches von den Amerikanern über weiten Teilen des Landes abgeworfen wurde und dessen Folgen (u.a. Fehlgeburten und -bildungen) noch heute sichtbar sind).

 

Wiedervereinigungspalast:

Der Wiedervereinigungspalast ist das Wahrzeichen der Stadt. Zu Zeiten des Vietnamkrieges (1955-1975) hieß er ‘Unabhängigkeitspalast’, dort residierte und arbeitete der Präsident von Südvietnam. Am 30. April fiel Saigon mit dem Einmarsch der Nordvietnamesen, am Wiedervereinigungspalast wurden Kriegsende und Wiedervereinigung besiegelt.

Im Keller des Palastes befindet sich dieser Bunker:

 

Notre-Dame:

Diese Kathedrale stammt aus 1880, der Zeit der französischen Kolonisation Indochinas. Heute bildet sie das Zentrum des katholischen Kirche in Südvietnam, jeden Sonntag werden hier englischsprachige Gottesdienste gehalten.

 

Post:

Direkt neben der Kathedrale Norte-Dame befindet sich die Hauptpost von HCMC. Unter Touristen ist das beeindruckende Gebäude ziemlich beliebt.

 

Sitz des Volkskomitees: 

Eher zufällig kamen wir an diesem Gebäude vorbei, im Dunkeln gefiel es uns ziemlich gut!

 

Ben-Thanh-Markt:

Natürlich besitzt HCMC auch einige Märkte, der Berühmteste ist sicherlich der ‘Ben-Thanh-Markt’. Angeboten wird hier nahezu alles, besucht wurde er gefühlt hauptsächlich von Touristen.

 

Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine typische asiatische Großstadt und dabei vor allem vom Verkehrschaos geprägt. Im Gegensatz zu Hanoi fühlten wir uns jedoch schon eher in einer Millionenstadt, immerhin befinden sich einige riesige Wolkenkratzer in HCMC. Uns hat es insgesamt gut gefallen!

An dieser Stelle endet unsere Zeit in Vietnam und wir machen uns auf den Weg nach Kambodscha, die Grenze befindet sich nur 70km von HCMC entfernt. Bis bald!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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