Asien,  Reisetagebuch

Hanoi

Herzlich Willkommen im Chaos!

Nach insgesamt 27 Stunden im Bus kamen wir endlich in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, an und waren darüber auch heilfroh! Ehrlicherweise war die Fahrt längst nicht so schlimm wie es klingt, dennoch verliert man irgendwann zwangsläufig die Lust am Bus fahren und die letzten beiden Stunden wurden zur Geduldsprobe. Der genaue Ankunftsort ist in Asien immer eine Überraschung, wir wurden einige Kilometer vom Zentrum entfernt an einem Busbahnhof abgesetzt, fanden glücklicherweise aber einen Linienbus Richtung Zentrum. Bereits diese Busfahrt in das Zentrum gab uns einen kleinen ersten Eindruck von dem Chaos, welches uns die nächsten Tage erwarten sollte. 

 

Unser Hostel:

Wir kamen im ‘Hanoi City Backpacker Hostel‘ unter, wie die meisten Hostels lag auch unseres in der zentralen Altstadt. Die Betten waren bequem und das angebotene Essen sowie das inklusive Frühstück ziemlich gut, für die drei Nächte hatten wir eine empfehlenswerte Unterkunft gefunden!

 

Was es zu sehen gab:

Wie eingangs erwähnt herrscht in Hanoi das blanke Chaos, allen voran der Straßenverkehr ist nicht von dieser Welt. Unfassbar viele Roller und ein monotones Gehupt prägen das Stadtbild, Verkehrsregeln scheinen eher Empfehlungen zu sein. Unsere Tour durch Hanoi war also auch ein stetiger Überlebenskampf, irgendwie machte dies aber auch den Charme der Stadt aus.

 

Train Street:

In Hanoi fahren Züge durch unfassbar enge und bewohnte Gassen, besonders in der ‘Train Street’ kann man sich dieses Spektakel mehrmals täglich anschauen. Entlang der Bahnschienen befinden sich hier viele Cafés, dort kann man bei einem Kaffee oder einer der unfassbar leckeren Suppen auf die mehrmals am Tag fahrenden Züge warten. Die ‘Train Street’ ist definitiv kein Geheimtipp mehr und allein waren wir dort nie (waren jeden Tag dort), gerade zu den Zugzeiten ist es jedoch noch einmal extra voll und die Plätze in den Cafés heiß begehrt.

Als der Zug dann endlich kam waren wir wirklich überrascht, wie eng der Zug tatsächlich an uns vorbei fuhr.

 

Hoa Lo Gefängnis:

Das ‘Hoa Lo Gefängnis’ wurde ursprünglich 1904 von den Franzosen erbaut (damals war Vietnam französische Kolonie), um vietnamesische Widerstandskämpfer zu inhaftieren und zu foltern. Später nutzten die Vietnamesen das Gefängnis zur Inhaftierung von US-Soldaten während des Vietnamkrieges. Die gefangenen US-Soldaten wurden, im Gegensatz zu den vietnameischen Insassen viele Jahre zuvor, von den Vietnamesen verhältnismäßig gut behandelt, infolgedessen bekam das ‘Hoa Lo Gefängnis’ den noch heute gebräuchlichen Spitznamen ‘Hanoi Hilton’.

 

St. Joseph Kathedrale:

Als eine der ersten Bauten der französischen Kolonialherrschaft wurde diese Kathedrale im Zentrum Hanois 1886 errichtet. Sie ist durch die ‘Kathedrale Notre-Dame’ aus Paris inspiriert. 

 

Hoan-Kiem-See:

Der ‘Hoan-Kiem-See’ ist der berühmteste See der vietnamesischen Hauptstadt, durch seine zentrale Lage gilt er als beliebter Entspannungsort für die Stadtbevölkerung.

Auf dem See befindet sich der berühmte Schildkrötenturm.

 

Ho-Chi-Minh-Mausoleum:

Ho Chi Minh lebte von 1890 bis 1969 und war als Revolutionär und Politiker die wohl größte Persönlichkeit der vietnamesischen Geschichte. Er kämpfte als Anführer sowohl gegen die französische Kolonialmacht als auch gegen die USA im Vietnamkrieg.

Im zu Ehren wurde beispielsweise die ehemalige Hauptstadt Südvietnams (Nord- und Südvietnam waren von 1954 bis 1975 zwei Staaten), Saigon, in Ho-Chi-Minh-City umbenannt. Außerdem wurde in Hanoi das ‘Ho-Chi-Minh-Mausoleum’ errichtet, dort ruht sein Leichnam.

Bei der Historie ist ein hoher Besucherandrang am Mausoleum sicherlich kein Wunder, wir wurden von der Dimension jedoch absolut überrascht. Das Mausoleum ist an fünf Tagen in der Woche nur von 08:00-11:00 Uhr geöffnet, vor Ort erwartete uns eine (ungelogen!) ca. 1km lange Schlange. Wir besuchten das Mausoleum gleich an zwei Tagen, am ersten Tag (Samstag, 09:30Uhr) kam uns die Schlange sehr lang vor und wir begründeten dies mit unserem späten Auftauchen. Am nächsten Tag gegen 07:30 Uhr war die Schlange jedoch mindestens genauso lang, scheinbar ist dies der Normalzustand. 

Für den Besuch gelten übrigens sehr strenge Regeln, in der Schlange steht man beispielsweise immer in Zweierreihen (überall passen Uniformierte auf), auf dem Gelände dürfen die Hände außerdem nicht in den Hosentaschen stecken. Im Mausoleum selbst darf man nicht stehen bleiben, d.h. man hat ungefähr 30 Sekunden Zeit, den Leichnam Ho Chi Minhs anzusehen. Handys und Kameras sind auf dem Gelände natürlich weitestgehend verboten, nur auf einem kleinen Areal vor dem Mausoleum dürfen Bilder gemacht werden.

Quelle: https://azlocaltrip.com/hanoi/travel-guide/ho-chi-minh-mausoleum/

Das ‘Ho-Chi-Minh-Mausoleum’ ist definitiv eine Pflichtsehenswürdigkeit in Hanoi, dennoch sollte man sich bewusst sein, dass man für den rund 30 Sekunden langen Besuch über zwei Stunden anstehen muss. 

Neben dem Mausoleum befinden sich auf dem Gelände noch der Präsidentenpalast, die Einsäulenpagode sowie das Ho-Chi-Minh-Museum.

Präsidentenpalast
Einsäulenpagode
Ho-Chi-Minh-Museum

 

Literaturtempel:

Der Literaturtempel in Hanoi ist der bedeutendste Literaturtempel des Landes, seit dem Jahr 1070 diente er als erste Akademie des Landes. 

 

Zitadelle Thang Long:

Ab 2879 v. Chr. herrschten viele verschiedene Kaiser-Dynastien über das Reich der Vietnamesen, die Stadt ‘Thang Long’ (mitten im Zentrum des heutigen Hanoi) wurde im Jahre 1010 zur Hauptstadt der Ly-Dynastie. Das Gelände wurde erst 2001 wiederentdeckt, seit 2002 finden dort große archäologische Ausgrabungen statt. Seit 2010 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Street-Art:

Entlang der Straße ‘Phung Hing’ befindet sich diese Freiluftgalerie mit vielen coolen Bildern. 

Auf der anderen Straßenseite gibt es Hundefleisch zu kaufen, der Anblick ist nichts für sanfte Gemüter. Dies ist allerdings der erste Ort, an welchem wir so etwas sehen (entgegen der Klischees ist Hund scheinbar keine weit verbreitete Delikatesse in Südostasien).

Hanoi ist eine wirklich wuselige Stadt und gerade der Verkehr mit der begleitenden Hup-Kulisse kann am Anfang ziemlich anstrengend sein. Dennoch gibt es dort vieles zu entdecken (beispielsweise gibt es an jeder Ecke Streetfood oder Geschäften mit gefakten Markenklamotten und -rucksäcken) und zu sehen! Nach zwei vollen Tagen reicht uns das Chaos definitiv und wir fahren erstmal gen Norden, die berühmte Ha-Long-Bucht wartet!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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