Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Cusco

Auf den Spuren der Inka!

Cusco gehört mit 350.000 Einwohnern zu den größten Städten Perus, berühmt ist es jedoch vor allem aufgrund seiner historischen Rolle als Hauptstadt des Inkareiches. Die Inkaruine ‘Machu Picchu’ im Umfeld der Stadt gilt als wichtigste Sehenswürdigkeit des Landes und macht Cusco daher zur Tourismushauptstadt Perus. 

Die Anreise nach Cusco ist denkbar einfach, bspw. fahren Busse von Lima (20h) oder Arequipa (10h) mehrmals täglich. Außerdem besitzt Cusco einen Flughafen, welcher aus allen Landesgebieten, aber auch darüber hinaus angeflogen wird. Wir kamen per Nachtbus aus Arequipa, wir fuhren zum ersten Mal mit der Gesellschaft ‘Movilbus’. Der Bus war modern (wie fast alle Busse hier) und es gab sogar ein leckeres Essen, leider geizte der Busfahrer jedoch nicht mit der Klimaanlage. Bei gefühlten 5 Grad verging die Zeit nur langsam und der Schlaf war auch wesentlich schlechter als bei der Fahrt von Ica nach Arequipa.

 

Unser Hostel:

Unser Hostel war das Atawkama-Hostel, welches nur wenige Gehminuten vom Zentrum oder dem Mercado ‘San Pedro’ lag. Das Hostel war absolut solide und konnte u.a. mit einem Gratis-Frühstück oder einer Gepäckaufbewahrung (wichtig für Machu Picchu) punkten. Da es in Cusco nachts sehr kalt werden kann (zwischen 0 und 8 Grad), waren die etwas abseits draußen liegenden Bäder leider etwas ungemütlich, wir haben es aber überlebt und waren mit unserer Hostelwahl zufrieden.

 

Was es zu sehen gab:

Wie gesagt ist Machu Picchu das absolute Highlight in Cusco, dennoch gibt es in der Stadt selbst und im nahen Umfeld auch einiges zu sehen:

Plaza de Armas:

Die Plaza de Armas in Cusco ist definitiv eine der schönsten, welche wir bisher gesehen haben. Mit der Kathedrale von Cusco sowie der La Compañía de Jesús (eine Jesuitenkirche) stehen gleich zwei beeindruckende Kirchen am Hauptplatz.

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Cristo Blanco:

Weit über dem Zentrum der Stadt steht der ‘Christo Blanco’, eine acht Meter hohe Jesusstatue, welche zumindest im Aussehen der Statue in Rio de Janeiro ähnelt. Die Statue war ein Geschenk arabischer Palästinenser, welche im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Cusco fanden.

Der ‘Christo Blanco’ kann einfach per Fußmarsch oder per Taxi erreicht werden und bietet einen coolen Ausblick über Cusco. 

 

Hatun Romiyoc:

Die ‘Hatun Romiyoc’ gilt als eine der besterhaltenen Inkastraßen in Cusco. Ein Großteil der Straße wird von einer beeindruckenden Mauer gebildet, welche früher zum ‘Palacio Inka’ gehörte und heute Teil eines Museums ist. Inmitten dieser Mauer befindet sich der Zwölfwinkelstein, welcher berühmt für seine zwölf perfekt verarbeiteten Seiten ist.

Heute ist die ‘Hatun Romiyoc’ eine Einkaufsstraße, in welcher viele traditionelle Waren und Souvenirs angeboten werden.

 

Rainbow Mountain:

Der Rainbow Mountain (offiziell: Vinicunca) ist ein Berg, welcher durch verschiedene Mineralien verschiedene Farben besitzt und daher wie ein Regenbogen aussieht. Touristisch besucht wird der Berg erst seit wenigen Jahren, mittlerweile ist er aber wohl nach Machu Picchu das zweitbeliebteste Ausflugsziel in Cusco.

Über unser Hostel buchten wir eine Tour zum Rainbow Mountain, diese bestand zunächst aus einer dreistündigen Autofahrt und anschließend aus einem vier Kilometer langem Fußmarsch. Mindestens die ersten 2/3 des Weges sind relativ flach und daher gut zu meistern, lediglich der letzte Teil hatte es in sich, insgesamt hat man ca. 500 Höhenmeter zu steigen. Leider hat man bei Touren immer Zeitdruck durch den Guide, weswegen der Aufstieg doppelt anstrengend war, am Ende schafften wir es dennoch. Ein Argentinier hatte uns im Hostel in Arequipa schon auf das Wetterproblem aufmerksam gemacht, denn das Wetter kann sich am Berg schnell ändern und einem die Sicht vermiesen. Traurigerweise erwischten wir einen solchen Tag, mit Beginn des schwereren Anstieges begann es zu schneien. Auf dem Berg angekommen war es leider so diesig, das man die Farben des eh schon teilweise schneebedeckten Berges nur erahnen konnte. Durch die Bilder im Internet hatten wir uns ziemlich auf den farbenfrohen Berg gefreut und wurden leider ein wenig enttäuscht, aber das Wetter kann man leider nicht beeinflussen und so besteht immer ein Risiko.

 

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Salinas de Maras:

Die ‘Salinas’ sind Salzterrassen, welche sich nahe des Ortes Maras, eine Autostunde von Cusco entfernt, befinden und somit gut für einen halben Tagesausflug anbieten. Der Besuch wird von vielen Agenturen auch als Tour angeboten, man kann ihn aber auch ganz einfach selbst machen. Von Cusco aus fahren Colectivos nach Maras (mit Ziel Urubamba), von dort aus fahren Taxis dann weiter zu den Salinas.

Die Salzterrassen erstrecken sich über mehrere hundert Meter, während der Fahrt dorthin hat man einen richtig coolen Ausblick über die Anlage. Bereits seit der Vor-Inkazeit wird in diesem Gebiet Salz abgebaut, dabei trocknet Salzwasser, welches aus einem unterirdischen Strom ausgeleitet wird, in den kleinen Becken und kann anschließend verpackt werden.

Die Salinas geben ein schönes Bild ab und der Halbtagesausflug lohnte sich daher definitiv!

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Estadio Garcilaso de la Vega:

In Cusco meinte es der Fußballgott noch einmal gut mit Marcel und legte gleich zwei Fußballspiele in unseren Aufenthalt, kurioserweise sollten beide Spiele am Sonntag hintereinander im gleichen Stadion stattfinden, obwohl es sich bei den Heimteams um Rivalen handelte.

Durch den Besuch der Salinas kam nur das Abendspiel Real Garcilaso – FBC Melgar der ersten peruanischen Liga in Frage. Vor Ort musste Marcel feststellen, dass das Spiel um 75 Minuten nach hinten verlegt wurde. Da jedoch am nächsten Morgen der Trip zum Machu Picchu anstand und quasi noch nichts organisiert war, musste er es schweren Herzens vorzeitig verlassen, dennoch konnte er vor Anstoß ein kleines Scharmützel der rivalisierenden Fans beider Vereine aus Cusco vorm Stadion sowie später zumindest jeweils ein Tor pro Mannschaft sehen.

Die Schüssel ‘Estadio Garcilaso de la Vega’ fasst 42.000 Plätze, im Vergleich zum Spiel in Huaraz war sich auch besser, wenn doch immer noch spärlich gefüllt (2.300 Zuschauer) und es kam zumindest ein wenig Stimmung auf. Der Eintritt kostete umgerechnet nur 2,60€ für einen Sitzplatz auf der Gegengeraden und war trotz des kurzen Besuchs jeden Cent wert.

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Machu Picchu:

Wie bereits erwähnt ist Machu Picchu das absolute Highlight in Cusco und darf damit auf keinen Fall auf unserer to-do-Liste fehlen. Aufgrund der vielen Touristen gibt es Touren zum Machu Picchu quasi an jeder Ecke und in vielen verschiedenen Ausführungen zu buchen, vom Eintagestrip bis zum mehrtägigen Inka-Trail ist eigentlich für jeden etwas dabei.

Je nach Geldbeutel gibt es auch in Sachen Komfort große Unterschiede, so kann man bspw. mit dem Zug von Cusco (bzw. aus einem kleinen Dorf in unmittelbarer Nähe) in drei Stunden direkt nach Aguas Calientes (oder auch Machu Picchu Pueblo (=Dorf) genannt) fahren, dem Ausgangspunkt vom Machu Picchu. Dieser Zug schlägt jedoch im dreistelligen Eurobereich zu und fällt damit kategorisch aus, außerdem fehlt dabei unserer Meinung nach ein wenig das Abenteuer.

Für das kleinere Budget gibt es die Möglichkeit, per Van in sieben Stunden nach Hidroelektrika (dem letzten Ort mit Straßenanbindung, außerdem Bahnhaltestelle) zu fahren und von dort aus die restlichen 11km nach Aguas Calientes entlang der Bahnschienen zu gehen. Die beliebteste Variante dabei ist die Zweitagestour (dies ist auch die kürzeste Möglichkeit), bei der man am ersten Tag anreist, am zweiten Tag vormittags Machu Picchu besucht und am Nachmittag wieder zurück nach Cusco fährt. Da wir jedoch Zeit haben und uns die Strapazen Machu Picchu + 11km Marsch + 7 Stunden Autofahrt an einem Tag ersparen wollten, wählten wir die Dreitagestour und legten somit eine Extranacht in Aguas Calientes ein.

Die Anreise per Van nach Hidroelektrika ist eigentlich entspannt, wenn nicht die ganzen Berge wären. Machu Picchu liegt eigentlich nur ca. 75km Luftlinie von Cusco entfernt, durch die Berge braucht man jedoch über 200km Straße sowie erwähnte sieben Stunden, teilweise schlug die Fahrt dabei echt auf den Magen. Dennoch überstanden wir es irgendwie und auch der anschließende Fußmarsch war noch zu schaffen. Dank Musik im Ohr sowie der traumhaften Landschaft um uns herum (das heimliche Highlight von Machu Picchu) vergingen die zweieinhalb Stunden relativ schnell und wir erreichten noch vor der Dunkelheit Aguas Calientes.

Für den Besuch vom Machu Picchu gibt es zwei Zeitfenster, 06:00-12:00 Uhr sowie 12:00-17:00 Uhr. Wir wählten das frühere Fenster, deswegen machten wir uns morgens um 04:00 Uhr auf, zunächst führte ein 2km langer Weg zur ersten Kontrollstelle. Diese öffnet um 05:00 Uhr, als wir um 04:30 Uhr dort ankamen hatte sich bereits eine ordentliche Schlange gebildet. Irgendwie witzig, das so viele (oft junge) Menschen so früh aufstehen und warten, nur um ein paar alte Steine zu sehen.

Mit Öffnung der ersten Kontrollstelle begann der anstrengende Teil, 1700 Treppenstufen sollten uns hoch zum Machu Picchu führen. Mit einigen Pausen schafften wir dies in eineinhalb Stunden und erreichten somit noch rechtzeitig unseren oben wartenden Guide. Zwar fahren auch Busse den Weg hoch (12€ pro Strecke), wir wollten dennoch den ganzen Weg zu Fuß gehen und entschieden uns dagegen (und sind im Endeffekt auch froh darüber).

Machu Picchu besteht grundsätzlich aus zwei Teilen, einem hoch gelegenen landwirtschaftlichem und einem tiefer gelegenen Wohnteil. Der erste Teil der Führung führte zum landwirtschaftlichen Teil, dort galt es auch das berühmte Bild zu machen (wahrscheinlich für 50% der Leute überhaupt der Grund, Machu Picchu zu besuchen). Unser Guide erzählte viel über das Leben der Inka, bspw. nutzten diese die verschiedenen Mikroklimas zum Anbau verschiedener Pflanzarten.

Im unteren Teil besichtigten wir den bewohnten Teil, dennoch bestand nur ein kleinerer Teil aus Wohn- und ein großer Teil aus funktionellen Gebäuden. In Machu Picchu lebten nur ca. 700-800 Personen, durch die vielen Gebäude wirkt die Ruinenstadt wesentlich größer.

Insgesamt war die Führung und die Besichtigung ziemlich interessant und auf jeden Fall lohnenswert, wie erwähnt ist das heimliche Highlight jedoch die Landschaft drumherum. Durch die vielen begrünten Berge, teilweise lagen diese in Wolken, wirkte die Aussicht einfach beeindruckend!

 

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Nach dem anstrengenden Abstieg waren wir froh, eine zusätzliche Nacht in Aguas Calientes zu haben und ruhten uns den Rest des Tages aus. Der Rückweg entlang der Bahnschienen am nächsten Tag war entspannt, außerdem hatten wir noch ein wenig Zeit für ein paar Fotos.

 

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Unser Fazit zu Machu Picchu:

Machu Picchu ist sicherlich kein günstiges Vergnügen, selbst bei der günstigsten Tour (2 Tage) bleibt man nur schwer unter 80€, für peruanische Verhältnisse ist dies sicherlich schon happig. Dennoch ist Machu Picchu ein absolutes Muss und wir sind froh, die Tour gemacht zu haben. Die Ruine an sich ist definitiv schon beeindruckend, durch die Landschaft drumherum hat man jedoch ein sicherlich einzigartiges Erlebnis. Auch der Fußmarsch entlang der Bahnschienen war zumindest ein kleines Abenteuer und machte die Tour für uns noch besonderer.

 

Cusco selbst ist eine touristische, aber dennoch schöne und abwechslungsreiche Stadt und hat viel zu bieten. Durch den Machu Picchu ist Cusco sicherlich eh ein Muss auf jeder Peru-Reise, dennoch können wir die Stadt auch ohne Machu Picchu empfehlen!

Für uns steht jetzt schon die letzte Station in Peru an, Puno am Titicacasee. Bis dann!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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