Asien,  Reisetagebuch

Battambang

Auf der Fahrt von Sihanoukville nach Siem Reap (dort blieben wir eine Nacht und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Battambang) erlebten wir eine Premiere: Wir fuhren zum ersten Mal mit einem “Hotelbus”, also einem Bus mit zweistöckigen Doppelbetten rechts uns links. Leider hörte sich dies in der Theorie wesentlich besser an, die Betten waren leider wenig bequem und für lange Europäer auch nicht ausreichend groß. 

Nach einem Pausentag in Siem Reap (dorthin werden wir zum Abschluss noch einmal fahren und dann davon berichten) ging es für uns nach Battambang, mit 180.000 Einwohnern immerhin die zweitgrößte Stadt des Landes. Von der Größe merkten wir aber wenig und fühlten uns eher wie in einer Kleinstadt.

 

Unser Hotel:

In Battambang gibt es eigentlich nur eine gute und günstige Unterkunft, das ‘Lucky Hostel’. Zwar besitzt dieses Hostel auch Schlafsäle, hauptsächlich aber Privatzimmer und auch sonst hat es eher Hotelcharakter. Im hauseigenen Restaurant gab es leckeres Essen, es gab einen kleinen Pool und mit nur 5 US-Dollar pro Übernachtung im Doppelzimmer war es preislich unschlagbar. Natürlich fehlte jegliche Hostelatmosphäre, für zwei Nächte war es dennoch absolut in Ordnung.

 

Was es zu sehen gab:

Im Vorfeld informierten wir uns nicht wirklich, lediglich von der ‘Bamboo Train’ hatten wir gehört. Zwar fanden wir noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten heraus, diese befanden sich aber alle eher im Umland der Stadt und so waren wir gezwungen, uns für einen Tag einen Tuk Tuk Fahrer zu mieten. Auf dem Weg von der Bushaltestelle zum Hotel hatten wir Mony kennengelernt, einen jungen Fahrer mit ziemlich guten Englischkenntnissen. Nach kurzer Überlegung buchten wir ihn für unseren Tagesausflug und machten damit einen echten Glücksgriff! 

Bamboo Train:

Die erste Anlaufstelle und gleichzeitig unsere Hauptattraktion war die ‘Bamboo Train’, eine uralte Bahnstrecke mit abenteuerlichen Gefährten. Die ‘Züge’ bestanden lediglich aus zwei Achsen und einer lose darauf liegenden Holzplatte und damit fuhren wir ca. eine Stunde auf einer alten und wackeligen Bahnstrecke. Wir fuhren dabei eine einfache Strecke, machten an dessen Ende eine kurze Pause und fuhren den selben Weg zurück. Bei Gegenverkehr musste einer seinen Zug ab- und im Anschluss wieder aufbauen.

Natürlich handelt es sich bei der ‘Bamboo Train’ um eine reine Touristenattraktion, im Gegensatz zu früher fahren heute keine Einheimischen mehr damit. Dennoch fanden wir die Fahrt wirklich witzig und würden sie definitiv empfehlen!

 

Wat Banan:

Auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit machten wir zunächst in einem kleinen muslimischen Fischerdorf Halt, Mony erklärte uns dabei einiges zur Geschichte des Landes.

Mehrere dieser wackligen Hängebrücken führen über den Fluss.

Im Anschluss ging es zum ‘Wat Banan’, einer Tempelanlage auf einem kleinen Berg. Die Stufen hinauf waren steil und bei den heißen Temperaturen ziemlich anstrengend, dennoch lohnte es sich. Die Tempel sind in einem katastrophalem Zustand und halten teilweise nur durch Holzstützen, unserer Meinung nach war dies aber auch die Besonderheit an der Geschichte.

 

Killing Cave:

Auch in Battambang wüteten in den 70er Jahren die Roten Khmer (siehe Bericht zu Phnom Penh), die ‘Killing Cave’ war dabei ein besonders schrecklicher Ort. Die Menschen wurden auf der Spitze des Berges ermordet und anschließend in die halboffene Höhle geworfen.

Neben der ‘Killing Cave’ befand sich ebenfalls ein buddhistischer Tempel auf dem Berg. Besonders an diesem Tempel waren die vielen Bilder, welche die Geschichte Buddhas erzählten. Diese nutzte unser Guide und erklärte uns die Grundlagen seiner Religion.

Insgesamt gibt es 5 Buddha: die äußeren vier stellen die Buddha der Vergangenheit dar, im Zentrum ist der Buddha, welcher in Zukunft (in mehr als 1000Jahren) geboren werden soll (soweit wir Mony richtig verstanden haben)
Zwischen ‘Killing Cave’ und Tempel wurden diese unheimlichen Skulpturen aufgebaut, sie sollen die Hölle symbolisieren. Im Buddhismus spielt Karma eine ganz wichtige Rolle. Lediglich Leute die ein gutes Karma haben gelangen nach ihrem Tod in den Himmel, Leute mit schlechtem Karma kommen in die Hölle. 

Auch wenn der Kontrast ziemlich merkwürdig war: Von der Spitze des Berges hatte man eine wahnsinnig schöne Aussicht auf das Umland!

 

Bat Cave:

Im gleichen Berg befindet sich eine weitere Höhle, die ‘Bat Cave’. Wie der Name schon verrät leben hier Millionen von Fledermäusen. Jeden Abend gegen 18:00 Uhr verlassen die Tiere nacheinander die Höhle und bildeten so einen nicht enden-wollenden Strom, ein unfassbares Spektakel!

 

Eigentlich sind wir bekanntermaßen keine Freunde von geführten Touren, in Battambang führte jedoch kein Weg daran vorbei. Im Endeffekt waren wir darüber aber auch ziemlich froh, denn nebenbei lernten wir wahnsinnig viel über das Leben der Menschen in Kambodscha und auch einiges über die Buddhismus. Finanziell schlägt solch eine Tour natürlich ordentlich zu Buche, wir waren dennoch absolut begeistert von unserer Tour!

Wir ziehen nun weiter (oder eher zurück) nach Siem Reap, dort steht zum Abschluss die weltberühmte Tempelstätte ‘Angkor Wat’ auf dem Plan. Bis dann!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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