Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Asuncion

Heiß, heißer, Asunción!

Nach Argentinien sollte es für uns nun also nach Asuncion gehen, der Hauptstadt von Paraguay. Ursprünglich stand Paraguay nicht auf unserem Plan, da wir jedoch mehr Zeit als geplant haben und außerdem die Iguazu-Wasserfälle im Dreiländereck Argentinien – Brasilien – Paraguay besuchen wollten, entschieden wir uns für den Abstecher nach Asuncion. Im Vorfeld hatten wir absolut keine Ahnung was uns erwarten würde, nur eines stand fest: Wenn wir jetzt nicht nach Paraguay fahren, dann werden wir wohl nie dorthin fahren. Schließlich liegt dieses kleine Land im Schatten seiner großen Nachbarn Argentinien oder Brasilien, abseits vom Touristenstrom.

Da der Bus von Buenos Aires nach Asuncion wesentlich billiger war als der Flug (aber dennoch relativ teuer), entschieden wir uns für die 18 stündige Busfahrt und somit gegen den nur zweistündigen Flug. Wir fuhren gegen 18:30 Uhr in Buenos Aires los und erreichten Asuncion am nächsten Tag um 12:30 Uhr, trotz der langen Zeit ging die Busfahrt verhältnismäßig schnell vorüber. Der Grenzübergang war gewohnt einfach, nach etwa zehn Minuten hatten wir den argentinischen Ausreise- und den paraguayischen Einreisestempel im Reisepass.

In Asuncion angekommen wurden wir von einer unerwartet großen Hitze empfangen, an dem Tag zeigte das Thermometer über 35 Grad an. Jeder Gang (inklusive Gepäck) wird bei diesen Temperaturen zur schweißtreibenden Angelegenheit, am Ende erreichten wir völlig verschwitzt unser Hostel.

 

Unser Hostel:

Wir verbrachten in Asuncion zwei Nächte im Hostel ‘El Jardin’, welches zwar relativ weit weg vom Busbahnhof, jedoch relativ nah am Zentrum lag. Das Hostel hatte eine Küche, unser Zimmer eine Klimaanlage und außerdem gab es einen kleinen Pool (welchen wir auch definitiv brauchten). Wir waren zufrieden!

 

Was es zu sehen gab:

Mit nur etwa 550.000 Einwohnern ist Asuncion eine ziemlich kleine Hauptstadt (entspricht etwa der Bevölkerung Bremens), bei der Recherche nach Sehenswürdigkeiten machte sich dies definitiv bemerkbar. Außerdem ist Paraguay absolut kein wohlhabendes Land, auch dies wurde sofort an den vielen einfachen Häusern klar. Bei den Temperaturen waren wir ehrlicherweise aber auch ziemlich froh, unser Pflichtprogramm in etwa 2 Stunden abhaken und im Anschluss wieder ins kühlere Hostel zurückkehren zu können.

Catedral Metropolitana:

Unser erster Halt war die ‘Catedral Metropolitana’ (wir fanden sie auch öfter unter dem Namen ‘Basilica Nuestra Señora de La Asunción’), die wohl bedeutendste Kirche Asuncions. Wir nutzen die Gelegenheit und legten eine kleine Pause im kühlen Inneren der Kirche ein.

 

Cabildo:

Das frühere Rathaus beinhaltet heute ein Kulturzentrum.

 

Avenida Costanera:

Diese entlang des Ufers des Rio Paraguay (ein Nebenfluss des Rio Parana, an welchem auch u.a. Buenos Aires liegt) verlaufende Hauptstraße bietet einen netten, wenn auch wenig spektakulären Küstenblick. Außerdem kann man vor hier u.a. die ‘Skyline’ Asuncions anschauen.

 

Palacio de Gobierno:

Von der ‘Avenida Costanera’ hat man ebenfalls einen Blick auf den ‘Palacio de Gobierno’ bzw. den ‘Palacio de los Lopez’ (nach dem Erbauer Francisco Lopez), den Regierungspalast. Das wahrscheinlich schönste und imposanteste Gebäude der Stadt wird streng vom Militär bewacht, als wir auf dem Weg von der Av. Costanera zum Palast hin einen Fuß auf die Grünfläche setzen wollten, ernteten wir sofort einen Tadel der Militärs. Fotos sind in diesem Bereich scheinbar nur von einem seitlichen Punkt erlaubt (dort findet man auch den Asuncion-Schriftzug). Konnten wir natürlich nicht wissen, also machten wir trotzdem einen schnellen Schnappschuss. 

der “illegale” Schnappschuss
der offizielle Fotopunkt

 

Casa de la Independencia:

Das wahrscheinlich älteste Haus Asuncions war 1811 der Ausgangspunkt der Revolte gegen die spanische Krone sowie Treffpunkt der Untergrundbewegung.

 

Panteón de los Héroes:

Dieses Panteon befindet sich auf der Plaza Publica und wurde 1863 zu Ehren der Schutzpatronin Virgen de la Asunción erbaut, heute werden dort die Reste verschiedener Nationalheld aufbewahrt. 

 

Plaza Uruguay:

Die Plaza Uruguay ist keine sonderlich sehenswerte Plaza, vielmehr zeigte sie erschreckend die Armut in Asuncion. In diesem Park hatten viele Menschen aus Planen provisorische Zelte erbaut und lebten dort, solche Siedlungen konnte man oft in der Stadt beobachten.

Im Hintergrund lassen sich die vielen selbstgebauten “Zelte” erahnen

 

Asuncion hat definitiv ein paar Sehenswürdigkeiten, auch wenn es nicht mit den anderen (bisher besuchten) südamerikanischen Hauptstädten mithalten kann. Wir fuhren ohne jede Ahnung nach Asuncion und wurden vor allem von der herrschenden Armut überrascht. Touristisch hat Paraguay leider wenige Highlights zu bieten, gerade durch die Konkurrenz der umliegenden Staaten spielt Paraguay für Touristen daher auch kaum eine Rolle (was man dann auch deutlich merkt).

Trotz der Armut haben wir uns jedoch zumeist sicher gefüllt, wir liefen bspw. an beiden Abenden auf den Weg zu Restaurants im Dunkeln durch die Stadt (am ersten Tag natürlich mit vollem Portmonee und Kreditkarte, dieser Fehler fiel uns aber erst währenddessen auf). Natürlich kann man nach zwei Tagen kein allgemein gültiges Fazit ziehen, bei den oft zu hörenden Vorurteilen über die Kriminalität in Südamerika war uns dieser subjektive Eindruck dennoch ein Erwähnen wert:-)

Für uns geht es nun weiter Richtung Iguazu-Wasserfälle, bis denne!

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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