Mittel-/Südamerika,  Reisetagebuch

Arequipa

Arequipa – die weiße Stadt

Knapp 700km weiter südlich von Ica liegt Arequipa, unser nächster Halt. Mit seinen 960.000 Einwohnern ist Arequipa nach Lima die zweitgrößte Stadt des Landes und bildet daher das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Südperu.

Arequipa trägt den Beinamen ‘la Ciudad blanca’ (dt.: die weiße Stadt), dies ist jedoch nicht auf die vielen weißen Häuser, sondern auf die früher im Zentrum lebende spanische Bevölkerung zurückzuführen. Dennoch bestimmen die vielen Gebäude aus weißem Sillar-Gestein das Stadtbild und werden daher oft als Begründung für den Spitznamen genannt.

Arequipa wird gleich von drei Vulkanen umgeben, der 5822m hohe Misti ist sogar noch aktiv und findet sich im Stadtwappen wieder. Außerdem ist die Region erdbebengefährdet, 2001 fand das letzte heftige Erdbeben statt und ließ u.a. beide Türme der Kathedrale einstürzen.

Die Anreise nach Arequipa gestaltete sich absolut einfach, zwischen Lima und Arequipa fahren tagtäglich viele Busse mit Zwischenhalt in Ica oder Nasca. Wir fuhren mit dem Nachtbus und konnten aufgrund der langen Fahrtzeit (oft kommen die Busse frühmorgens an) auch tatsächlich gut schlafen. In Peru sind zwölf Stunden Busfahrt zwar keine Besonderheit, wir waren dennoch froh, den Großteil verschlafen zu können.

Unser Hostel:

Arequipa ist ein beliebtes Touristenziel und bietet daher jede Menge Unterkünfte. Auf Hostelworld stach das ‘Limbo Jump Hostel’ mit seinen guten Bewertungen heraus, weswegen wir dieses Hostel wählten. Es ist zwar verhältnismäßig klein, dennoch gehörte es zu den bisher besten. Wir wurden von einem netten Venezolaner empfangen und konnten bereits morgens um 10 Uhr einchecken. Das Hostel ist sehr gemütlich und modern eingerichtet, außerdem gab es ein echt gutes Frühstück (welches hier oft schwer zu finden ist). Wir fühlten uns sehr wohl und würden dieses Hostel wärmstens weiterempfehlen!

Was es zu sehen gab:

Arequipa gilt (zurecht) als eine der schönsten, wenn nicht sogar als die schönste Stadt Perus und kann daher mit vielen Sehenswürdigkeiten dienen. Berühmt ist die Stadt jedoch auch für den naheliegenden Colca-Canon, welcher als Ein- oder Mehrtagestour besucht werden kann. Da wir bereits in Chachapoyas einen Canon sehen konnten, sparten wir jedoch Zeit und Geld und ließen diesen Punkt aus. 

Plaza de Armas:

Definitiv zu den Highlights gehört der zentrale Platz, die Plaza de Armas. Mit Brunnen und vielen Blumen ist der Platz wirklich hübsch hergerichtet, außerdem wird er an drei Seiten von Gebäuden mit ‘Bogenfassade’ sowie an der vierten Seite von der beeindruckenden Kathedrale von Arequipa eingerahmt. Unser Hostel-Host gab uns außerdem noch einen coolen Tipp: An einer Ecke der Plaza liegt das ‘Plaza Hotel’, welches eine Dachterrasse besitzt. Von dieser hat man einen noch beeindruckenderen Ausblick über die Plaza sowie über Teile der Stadt.

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Mundo Alpaca:

Der ‘Mundo Alpaca’ (dt.: Welt der Alpaca) ist eine Art Ausstellung, bei der es um die Herstellung von Kleidung aus Alpaca-Wolle geht. Vor Ort kann man zum einen Alpacas sehen (und mit Glück auch füttern – wir hatten Glück!), zum anderen wird der Prozess von der Wolle zum Pullover erklärt. Dabei wird die Wolle noch von Hand verarbeitet (wir wissen allerdings nicht, ob dies nicht vielleicht nur zu demonstrativen Zwecken gemacht wird). Im angrenzenden Laden werden die Erzeugnisse auch verkauft, ein Alpaca-Pullover kostet dort gerne einmal 125€ und sprengt daher leider unser Budget.

Auf dem Weg von der Plaza de Armas zum Mundo Alpaca kommt man übrigens am Kloster ‘San Catalina’ vorbei, vielleicht die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Mit seiner gigantischen Größe wird es auch als ‘Stadt in der Stadt’ bezeichnet. Aufgrund des hohen Eintrittspreises und den Erfahrungen der Leute aus dem Hostel übersprangen wir diesen Punkt jedoch.

Mercado San Camillo:

In Peru gibt es eigentlich in jeder Stadt einen Mercado (eine(n) Markt(halle)) mit vielem frischen Obst und Gemüse, Fleisch und Teigwaren. Wir aßen im Mercado San Camille Mittag und mussten ein wenig über die ‘Küche’ schmunzeln, welche irgendwie symbolisch den peruanischen Geist wiedergibt: Die Küche bestand aus einem Regal und zwei Herdplatten, das Essen wurde scheinbar zu Hause gekocht und stand nun in Töpfen im Regal bereit und wurde teilweise aufgewärmt. Hygiene spielte natürlich überhaupt keine Rolle, dennoch hat es gut geschmeckt und war ziemlich günstig (ein Mittagsmenü in Peru kostet inkl. Vor-, Haupt- und Nachspeise und Getränk zwischen 1,50€ und 3,00€).

Der Mercado ist vor allem für seine Saftstände bekannt, welche sich wirklich aneinanderreihen. Wir probierten einen Erdbeer- und einen Ananassaft, diese werden vor Ort aus frischem Obst und Wasser selbst hergestellt. Wirklich lecker!

Die Saftstände

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Arequipa hat viel zu bieten und wir haben definitiv nicht alles ausgeschöpft. Neben den erwähnten Colca-Canon und dem Kloster ‘San Catalina’ gibt es bspw. noch das Museum ‘Museo Santuarios Andinos, in welchem eine 1995 gefundene Mumie einer Inkafrau ausgestellt ist. Diese gilt als eine der am besten erhaltenen Mumien weltweit. Da mit Cusco jedoch ein echtes Highlight bevorstand, verzichteten wir auf Teile der Sehenswürdigkeiten, dennoch haben wir einen guten Einblick gewinnen können. Auch unserer Meinung nach ist Arequipa eine der schönsten Städte des Landes und daher eine Besuch wert.

Milly & Marcel

Wir sind Milly und Marcel

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